Standortpolitik: Landeck für mehr Zusammenarbeit
- ISK-GF Marco Fehr: "Ziel ist es, Flächen der Wirtschaft zuzuführen und Kommunalsteuer zu generieren."
- hochgeladen von Othmar Kolp
Die Gründung einer Gesellschaft für Standort- und Wirtschaftsentwicklung wurde beschlossen.
LANDECK (otko). Seit drei Jahren wird das Thema Standort- und Wirtschaftsentwicklung im Talkessel ernsthaft diskutiert. Die Gemeinden Landeck und Zams vergaben daraufhin einen Auftrag an das Dornbirner Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung (ISK). "Jetzt ist die Zeit der Gründung gekommen", betonte Bgm. Dr. Wolfgang Jörg bei der letzten Landecker Gemeinderatssitzung.
Die Gründung einer Projekt- und Strukturgesellschaft (PSG) wurde auf Antrag von Bgm. Jörg mehrheitlich beschlossen. An dieser Gesellschaft sind die Gemeinden Landeck und Zams mit jeweils 30 Prozent beteiligt. Der Obmann wechselt jährlich zwischen den Gemeinden.
Mit je 20 Prozent sind die Raiffeisenbank Oberland und die Hypo Tirol Bank mit im Boot. Der Beschluss in Zams soll in der Jänner-Sitzung gefasst werden. "Von Seiten der Hypo Tirol Bank gibt es positive Signale und im Jänner oder Februar wird darüber entschieden", erklärte ISK-Geschäftsführer Mag. Marco Fehr.
Aktives Flächenmanagement
Die PSG, die unternehmerisch arbeitet, wird sich dabei um ein aktives Flächenmanagement für die Gemeinden Landeck und Zams kümmern. "Dazu gehört die Sicherstellung, der Kauf, die Entwicklung, die Verpachtung und Verwertung von Flächen. Es sollen aber keine Flächen gehortet werden", erklärte Fehr bei der Projektpräsentation. Auch sei die Gesellschaft kein Bauträger, Projektentwickler oder Immobilienvermittler für Private.
"Die Gesellschaft übernimmt keine hoheitlichen Aufgaben von den Kommunen", so Fehr. Allen voran wurde als Ziel eine gemeinsame und nachhaltige Standort- und Wirtschaftsentwicklung für den Talkessel als Ganzes genannt. Dies bedeutet aber keine Fusion der beiden Gemeinden.
Nach den erfolgten Beschlüssen soll bereits im Frühjahr mit der PSG gestartet werden. In diesem Zusammenhang wird auch eine Anlaufstelle errichtet, die eine Art "Kümmerer" für die Belange der Wirtschaft sein soll.
Innovatives Modell
Raumplaner Andreas Falch lobte das Projekt als ein Instrumentarium für eine aktive Standortpolitik.
"Wir haben viel Abwanderung und können dadurch Arbeitsplätze schaffen. Auch eine Ausdehnung auf den Planungsverband wäre wünschenswert", begrüßte AMS-Leiter Günther Stürz (SPÖ) die Initiative. "Es läuft jetzt über zwei Gemeinden und es ist eine visionäre Sache für das Oberland. Zuerst muss es entwickelt werden, was nicht von heute auf morgen geht", konterte Bgm. Jörg. "Mit dem 5.000 Quadratmeter großen Billaareal gibt es gleich eine Aufgabe", meinte StR Roland König (FPÖ).
SPÖ: Zu hohe Kosten?
Pro Jahr sind für Landeck Kosten von 40.000 Euro veranschlagt. Die Höhe der Kosten und die gleichzeitige Auftragsvergabe an die ISK sorgten für Bedenken bei einigen SPÖ-Mandataren. "Wir hätten dies gerne ausführlicher diskutiert", so Vizebgm. Manfred Jenewein. "Die SPÖ ist nicht gegen die Wirtschaftsentwicklung, aber wir wollen keine Ho-Ruck-Aktion", betonte StR Richard Reinalter. Bgm. Jörg verwies auf die Besprechung im Finanzausschuss. "Die Kosten sind sehr wohl ausreichend dargestellt worden", so Jörg.
Der Antrag wurde schließlich mit sechs SPÖ-Gegenstimmen angenommen.
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