Heumarkt-Projekt
Investor sieht nach Gerichtsurteil Stadt Wien am Zug

Die Institutionen Wiener Konzerthaus, der Eislaufverein und das Hotel Intercontinental würden seit zehn Jahren in der Luft hängen.  | Foto: Nicole Gretz-Blankenstein/MeinBezirk
3Bilder
  • Die Institutionen Wiener Konzerthaus, der Eislaufverein und das Hotel Intercontinental würden seit zehn Jahren in der Luft hängen.
  • Foto: Nicole Gretz-Blankenstein/MeinBezirk
  • hochgeladen von Luca Arztmann

Nach dem Gerichtsentscheid, dass das Heumarkt-Projekt in einer Form eine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt, reagieren Stadt Wien und Investor Wertinvest geschlossen. Die Gesprächsbasis sei hervorragend, beide befinden die Chancen für die nächste Verhandlung zur bisher niedrigsten Variante im Dezember für gut.

WIEN/INNERE STADT/LANDSTRASSE. Kurz nach dem aktuellen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) zum Heumarkt-Projekt äußeren sich der Investor Wertinvest als auch die Stadt Wien zur Zukunft des Projekts. MeinBezirk berichte, über den Beschluss zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und die Stellungnahmen einiger Beschwerdeführer: 

Heumarkt-Projekt braucht doch ein UVP-Verfahren

Der Investor für die Umgestaltung des Areals rund um das Hotel Intercontinental, das Wiener Konzerthaus und den Wiener Eislaufverein sieht nach dem Gerichtsspruch die Stadt Wien am Zug. "Sie muss entscheiden, wie sie mit der Revidierung ihrer Entscheidung durch das Gericht umgeht", erklärt der Rechtsanwalt von Wertinvest, Karl Liebenwein. 

"Hervorragende Gesprächsbasis"

Da die Institutionen am Heumarkt "seit zehn Jahren" in der Luft hingen, bräuchte es eine "Richtungsentscheidung", so Wertinvest weiter in Richtung der Stadt. Dort ist der ehemalige Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ) trotz Polit-Pension nach wie vor für das UNESCO-Weltkulturerbe zuständig. Laut ihm sei die "Gesprächsbasis" mit Wertinvest nach wie vor "hervorragend".

Woller als auch Wertinvest sehen zudem gute Chancen, dass die dritte Projektvariante beim Bundesverwaltungsgericht durchgeht. Diese ist mit einer geplanten Gebäudehöhe von 49 Metern die bisher niedrigste Version. Die Stadt und ihre Expertinnen und Experten sehen dabei keine Notwendigkeit für eine UVP, im Dezember entscheidet darüber auch das Verwaltungsgericht.

Der ehemalige Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ) betont, dass es eine gute Gesprächsbasis mit Wertinvest gebe. | Foto: Rathausklub/Kandlbauer
  • Der ehemalige Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ) betont, dass es eine gute Gesprächsbasis mit Wertinvest gebe.
  • Foto: Rathausklub/Kandlbauer
  • hochgeladen von Luca Arztmann

Spannend: Sowohl Woller als auch Wertinvest weisen auf die positive Bewertung der 49-Meter-Variante durch UNESCO-Weltkulturerbe-Expertin Christa Reicher. Auch dieses Gutachten sorgte bereits für eine kleine Causa, MeinBezirk berichtete, siehe unten. Beim aktuellen Urteil betont der zuständige Einzelrichter, dass das Reicher-Gutachten nicht als Beweismittel verwendet wurde. Ob das bei der nächsten Verhandlung unter einer neuen Richterin im Dezember anders ist, wird sich zeigen.

Causa wird zum Glaubenskrieg

Für Woller verkommt die Causa langsam zu einem "Glaubenskrieg", wie er gegenüber MeinBezirk betont. Die UNESCO würde die Stadt Wien im Hamsterrad halten, immerhin werden immer wieder neue und niedrigere Varianten der Umgestaltung präsentiert, von der Liste der gefährdeten Kulturerbe schafft es Wien dennoch nicht.

Dabei würde es laut Woller auch um die Wirtschaftlichkeit des Ganzen gehen. Das aktuell bestehende Hotel Intercontinental verfügt über eine Höhe von 43 Meter, inwiefern sechs Meter mehr die barocke Sichtachse beeinträchtigen würde, verstehe der ehemalige Landtagspräsident nicht. Dabei würde das Projekt den Heumarkt attraktivieren und tausende Arbeitsplätze schaffen.

UVP würde fünf Jahre verzögern

Laut Wertinvest ein Projekt, das "der Weltmetropole Wien einen echten Mehrwert bietet und endlich eine Zukunftsperspektive für Hotel Intercontinental, Wiener Eislaufverein und das Konzerthaus bringt." Um die drei genannten gehe es auch Woller, denn "die Institutionen würden (red: Anm. derzeit) vor die Hunde gehen". Immerhin ist auch das Eistanzen beim Eislaufverein "immaterielles Kulturerbe" der UNESCO. Auf dem provisorischen Standort könne auch das bald vorbei sein.

Das bestehende Hotel Intercontinental ist selbst 43 Meter hoch.  | Foto: Alliance For Nature
  • Das bestehende Hotel Intercontinental ist selbst 43 Meter hoch.
  • Foto: Alliance For Nature
  • hochgeladen von Luca Arztmann

Sollte für die 49-Meter-Variante laut Gericht erneut eine UVP nötig sein, würde dies das Projekt um weitere fünf Jahre verzögern. Die Kosten dafür würden dabei ebenfalls ins Gewicht fallen. Auch könne man laut Woller nicht mehr weiter mit der Höhe der Gebäude hinunter, denn irgendwann würde auch dadurch die wirtschaftliche Logik weichen. Dann könnte es mit "der Umsetzung schwierig werden".

Mehr zu dem Thema: 

Verfahren um Heumarkt nach Verhandlung wieder geschlossen
Zusätzliche Verhandlung im UVP-Verfahren zum Heumarkt angesetzt
Wien bleibt weiterhin auf Roter Liste der UNESCO
Die Institutionen Wiener Konzerthaus, der Eislaufverein und das Hotel Intercontinental würden seit zehn Jahren in der Luft hängen.  | Foto: Nicole Gretz-Blankenstein/MeinBezirk
Der ehemalige Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ) betont, dass es eine gute Gesprächsbasis mit Wertinvest gebe. | Foto: Rathausklub/Kandlbauer
Das bestehende Hotel Intercontinental ist selbst 43 Meter hoch.  | Foto: Alliance For Nature
Anzeige
Die MILLENNIUM City am Handelskai setzt beim Public-Viewing zur Fußball-WM neue Maßstäbe. | Foto: ©Mitja_Kobal
2

Fußball-WM 2026 – sei dabei!
Europas größtes Public Viewing in der MILLENNIUM City

Zwei Europa-Rekorde zur Fußball-WM 2026 in der MILLENNIUM City: Europas größte Public-Viewing-LED-Wall & höchste Fan-Zone Europas bescheren einzigartige WM-Momente mitten in Wien. Wenn die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Millionen Fans weltweit in ihren Bann zieht, setzt die MILLENNIUM City mit gleich zwei europäischen Superlativen neue Maßstäbe. Auf der Food Plaza erleben Besucherinnen und Besucher die WM auf 130 Quadratmeter und damit auf der größten Public-Viewing-LED-Wall Europas,...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

UP TO DATE BLEIBEN


Hier gehts zu den aktuellen Nachrichten aus Wien

Breaking News als Push-Nachricht direkt aufs Handy

MeinBezirk auf Facebook

MeinBezirk auf Instagram

MeinBezirk auf Twitter

MeinBezirk auf WhatsApp

ePaper jetzt gleich digital durchblättern

Storys aus deinem Bezirk und coole Gewinnspiele im wöchentlichen MeinBezirk.at-Newsletter


Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.