Wasserkraft im Lavanttal
Stift St. Paul kämpft mit Niedrigwasser und Starkregen
- Das historische Wasserkraftwerk des Stifts St. Paul liefert bis heute Strom für die stiftseigenen Betriebe und das öffentliche Netz. (Archivfoto)
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Wie MeinBezirk bereits berichtete, leisten neben den großen Energieversorgern auch zahlreiche private Betreiber von Kleinwasserkraftwerken einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung im Lavanttal. Ein Beispiel dafür ist das mehr als 100 Jahre alte Kraftwerk des Sägewerks Cimenti in Lavamünd. Auch das Benediktinerstift St. Paul betreibt seit über einem Jahrhundert eine eigene Wasserkraftanlage und nutzt damit eine lange Tradition der regionalen Energiegewinnung.
ST. PAUL. Das Wasserkraftwerk des Stifts wurde zwischen 1904 und 1907 errichtet. Ursprünglich wurde das Wasser des Mühlbaches genutzt, um ein Mühlrad der alten Stiftsmühle anzutreiben. Später erfolgte der Umbau auf eine Francis-Turbine zur Stromerzeugung. Während die Anlage zu Beginn eine maximale Leistung von rund 60 Kilowatt erreichte, wurde sie über die Jahre laufend modernisiert und ausgebaut. Heute liegt die maximale Leistung bei rund 220 Kilowatt.
Strom aus eigener Erzeugung
Die Jahresproduktion beträgt abhängig von der Wasserführung der Lavant rund 1,6 Millionen Kilowattstunden, erklärt der Wirtschaftsdirektor des Benediktinerstifts, Johann Steiner. Ein Teil des erzeugten Stroms wird für die stiftseigenen Betriebe verwendet, etwa die Hälfte wird in das öffentliche Netz eingespeist. Zudem ist das Stift Mitglied der Energiegemeinschaft Lavanttal und beteiligt sich damit an der regionalen Nutzung erneuerbarer Energie. Das Stiftswappen am Kraftwerk St. Paul erinnert an die lange Geschichte der Anlage: Es wurde im Zuge des Baus des E-Werks eingraviert, das bereits zwischen 1904 und 1907 errichtet wurde.
- Das Stiftswappen am Kraftwerk St. Paul erinnert an die lange Geschichte der Anlage: Es wurde im Zuge des Baus des E-Werks eingraviert, das bereits zwischen 1904 und 1907 errichtet wurde.
- Foto: Stift St. Paul
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Niedrigwasser und Starkregen
Wie viele Betreiber von Kleinwasserkraftwerken steht auch das Stift St. Paul vor neuen Herausforderungen. Besonders die Veränderungen bei den Wetterbedingungen wirken sich zunehmend auf den Betrieb der Anlage aus. "Die immer länger andauernden Niedrigwasserperioden der Lavant führen dazu, dass unser Wasserkraftwerk zeitweise nur die Hälfte der möglichen Maximalleistung erzeugt. Gleichzeitig kommt es durch immer häufigere Starkregenereignisse zu Verklausungen im Mühlbacheinlauf und an der Rechenanlage, die anschließend aufwendig gereinigt werden müssen", erklärt Steiner. Gerade die schwankende Wasserführung zeigt, wie stark die Stromproduktion aus Wasserkraft von natürlichen Gegebenheiten abhängig ist. Neben den klimatischen Herausforderungen müssen Betreiber zudem immer strengere Vorgaben erfüllen, etwa bei der Restwassermenge oder der Durchgängigkeit der Gewässer für Fische.
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