Fehlende Wasserzugänge
Renaturierung sorgt bei Anrainern von Alterlaa für Kritik
- Die Anrainerinnen und Anrainer mit der FPÖ Liesing am Liesingbach.
- Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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Rund um den Wohnpark Alterlaa sorgt die Renaturierung des Liesingbachs für Unmut bei einigen Anrainerinnen und Anrainern. Kritisiert werden vor allem fehlende Zugänge zum Wasser, weniger Aufenthaltsmöglichkeiten und der staubige Belag der neuen Wege.
WIEN/LIESING. Der Liesingbach soll durch die Renaturierung naturnäher und gleichzeitig hochwassersicher werden. Doch bei einigen Liesingern stößt die Neugestaltung auf Kritik – insbesondere im Bereich des Wohnparks Alterlaa. Bei einem von der FPÖ Liesing organisierten Lokalaugenschein machten die Anrainerinnen und Anrainer ihrem Unmut über die Neugestaltung Luft.
Dabei betonen sie, dass sie die Renaturierung grundsätzlich begrüßen und den ökologischen Nutzen des Projekts sehen. Ihre Kritik richte sich vielmehr gegen die konkrete Gestaltung einzelner Bereiche und die aus ihrer Sicht eingeschränkte Nutzung des Liesingbachs.
Zu wenige Zugänge und staubiger Belag
Früher sei der Liesingbach ein beliebter Naherholungsraum gewesen. Heute kritisieren sie vor allem die wenigen Zugänge zum Wasser im Bereich Alterlaa sowie den Wegfall von Aufenthaltsmöglichkeiten direkt am Liesingbach. Auch die frühere Möglichkeit, am unteren Ufer entlangzugehen, sei nicht mehr gegeben. "Vor allem Hundebesitzer sind unten am Wasser gegangen", erklärt ein Anrainer. "Es war herrlich unten und auch wesentlich kühler", erklärt eine Liesingerin.
Heute teilen sich Fußgängerinnen und -gänger, Radfahrerinnen und -fahrer sowie E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer den oberen Weg. Für Ärger sorgt dabei auch der verwendete Sandmakadambelag, durch den bei der Nutzung Staub aufgewirbelt wird.
- Kritisiert werden vor allem fehlende Wasserzugänge.
- Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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"Damit der Liesingbach in diesem Bereich auch in Zukunft von Familien mit Kindern, aber auch von Spaziergängern mit Hunden aktiv genutzt werden kann, fordern wir, dass die Wünsche der Bürger umgesetzt und barrierefreie Zugänge zum Wasser geschaffen werden", betont Roman Schmid, Bezirksparteiobmann der FPÖ Liesing.
Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ) betont, dass sich der Bezirk für die Staubfreimachung der Begleitwege einsetze. Auch würde man die Anliegen der Bevölkerung bei der mit der Planung beauftragten MA 45 - Wiener Wasser einbringen.
MA 45 verteidigt das Projekt
Die zuständige MA erklärt, dass der betreffende Bereich derzeit aufgrund der laufenden Bauarbeiten und Absperrungen nur eingeschränkt nutzbar sei. Nach Fertigstellung werde er wieder zugänglich sein. Die Anrainerinnen und Anrainer werden daher um etwas Geduld gebeten.
- So sehen renaturierte Bereiche aus, die bereits fertiggestellt wurden.
- Foto: MA45/Wiener Wildnis
- hochgeladen von Marlene Graupner
Grundsätzlich nehme man Kritik und Wünsche sehr ernst und versuche, diese, wo möglich, zu berücksichtigen. Die MA 45 verweist außerdem auf ihre langjährige Erfahrung mit der Renaturierung der Liesing. Seit 1996 seien zahlreiche Abschnitte umgestaltet worden, die sich zu naturnahen Bereichen entwickelt hätten.
Bei der aktuellen Renaturierung gehe es darum, natürliche Flusslandschaften zu schaffen und gleichzeitig den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Wasserbausteine definieren dafür das Flussbett. Darüber sollen sich durch Sediment, Erde und Schlamm feinsandige Oberflächen entwickeln, in denen Gräser und Schilf wachsen können. Wurzelstöcke, Rauhbäume und weitere Strukturelemente schaffen zusätzliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Zugänge, kleine Inseln & Trampelpfade
Die Kritik, dass die Bevölkerung bei der Planung zu wenig berücksichtigt worden sei, weist die MA 45 zurück. Die Nutzung des Gewässerraums sei sehr wohl berücksichtigt worden. Vorgesehen seien flache Zugänge, kleine Inseln und neu entstehende Trampelpfade abseits der Hauptwege – sofern dies mit dem Hochwasserschutz vereinbar sei. Zusätzlich würden zahlreiche Bäume und andere Pflanzen gesetzt.
Auch den Sandmakadambelag verteidigt die MA 45. Asphalt heize sich im Sommer stark auf und versiegelte die Oberfläche. Zudem sei entlang von Gewässern im Winter kein Streusalz möglich. Die zuständige Fachgruppe kontrolliere die Wege regelmäßig und veranlasse bei Bedarf Ausbesserungen. Neue Oberflächenmaterialien würden zudem laufend getestet.
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