Blackout-Szenario Lilienfeld
So rüstet sich der Bezirk für einen großen Stromausfall

Im Falle eines großflächigen Stromausfalls kommt der Kommunikation eine zentrale Rolle zu und hier leisten Funkamateure einen entscheidenden Beitrag. | Foto: Chalusch
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Geschlossene Geschäfte, kalte Wohnungen und Wasser fließt auch nicht mehr aus der Leitung – es war der längste Stromausfall seit dem Zweiten Weltkrieg, der den Südwesten Berlins für fünf Tage lahm legte und zeigte, wie verwundbar eine Großstadt sein kann.

LILIENFELD. Ob Terroranschlag oder technischer Defekt: ein über mehrere Tage dauernder Stromausfall – ein Szenario, für das man auch in den Gemeinden des Bezirks Lilienfeld gerüstet sein sollte. MeinBezirk hat nachgefragt.

Infrastruktur & Abstimmung

„Die Gemeinde hat sich im Rahmen ihrer laufenden Vorsorge intensiv mit dem Thema Blackout auseinandergesetzt. Ziel ist es, im Falle eines großflächigen Stromausfalls bestmöglich vorbereitet zu sein und die Handlungsfähigkeit der Gemeinde aufrechtzuerhalten“, erklärt Thomas Dobner, Stadtamtsdirektor der Stadtgemeinde Lilienfeld. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur und der grundlegenden Versorgungsleistungen, insbesondere der Trinkwasserversorgung.

Wenn Netze versagen

Im Falle eines großflächigen Stromausfalls kommt der Kommunikation eine zentrale Rolle zu und hier leisten Funkamateure einen entscheidenden Beitrag. Wilhelm Damböck, Bezirksleiter des ÖVSV und Mitglied der Ortsgruppe Traisen, sowie Edwin Schmidberger, Zivilschutzbeauftragter der Marktgemeinde Traisen und Stationsverantwortlicher der Notfunkstation OE3XGT, betonen die Bedeutung des Amateurfunks im Notfall: „Amateurfunk ermöglicht Sprach- und Datenübertragung völlig unabhängig von Mobilfunk, Internet oder Telefon“, erklärt Damböck.

 Edwin Schmidberger, Zivilschutzbeauftragter der Marktgemeinde Traisen und Stationsverantwortlicher der Notfunkstation OE3XGT | Foto: Chalusch
  • Edwin Schmidberger, Zivilschutzbeauftragter der Marktgemeinde Traisen und Stationsverantwortlicher der Notfunkstation OE3XGT
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Die Technik funktioniere regional ebenso wie europaweit und könne als Brücke zwischen Behörden, Einsatzorganisationen und Bevölkerung dienen. „Unsere Geräte laufen großteils mit Akkus – notfalls reicht sogar eine normale Autobatterie“, ergänzt Schmidberger. In Traisen betreiben Funkamateure gemeinsam mit der Marktgemeinde die Klub- und Notfunkstation OE3XGT, die im Krisenfall Sprechfunk und Datenübertragung etwa zu Krankenhäusern oder anderen Notfunkeinrichtungen sicherstellt. Für Privatpersonen empfehlen Damböck und Schmidberger einfache Vorsorgemaßnahmen wie batteriebetriebene oder kurbelbetriebene Radios, Autoradios, um im Notfall Kontakt zur Notfunkstation oder zu Familienangehörigen zu halten.

Survivaltipps

Reini Rossmann, gebürtiger Lilienfelder und Experte für Survivalwissen, rät: „Was mich zuerst umbringt, braucht auch zuerst eine Lösung.“ Für einen Stromausfall bedeutet das vor allem: ausreichend Trinkwasser, Wärme, Nahrung und die passende Kochmöglichkeit. Pro Person sollten täglich mindestens 2,5 Liter Wasser bereitstehen, Gas- oder Petroleumheizungen für Innenräume und Lebensmittel für mindestens sieben Tage.

Zusätzlich empfiehlt Rossmann handlungsfähige Ausrüstung wie batteriebetriebenes Radio, Kopflampe mit Ersatzbatterien sowie einen Campingkocher mit sieben Gaskartuschen für rund zwei Wochen. Auch die Hausapotheke sollte immer auf dem neuesten Stand sein.

Reini Rossmann, Survivalexperte | Foto: Rossmann
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„Vorbereitung beginnt damit, zu akzeptieren, dass im Notfall nicht sicher ist, dass Hilfe kommt, und dass extreme Situationen eintreten können“, erklärt Rossmann. Besonders wichtig sei, die Notausrüstung zu testen: „Kochen Sie für die Familie am Gaskocher, betreiben Sie den Notfallofen zwei Tage statt der Heizung und verbringen Sie einen Abend nur mit Taschenlampe und Notlicht.“ Rossmann beschäftigt sich seit seiner Jugend mit Überlebenstechniken und ist seit fast 20 Jahren auch beruflich in diesem Bereich tätig. 

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