29.10.2016, 08:28 Uhr

Abstand gewinnen und Platz schaffen für Neues

Mag. Fritz Käferböck-Stelzer, Betriebsseelsorger Linz-Land

"Trauern ist wichtig, um in den verschiedenen Formen der Trauerbewältigung immer mehr Momente zu finden, mit der Situation des Verlustes eines geliebten Menschen, des Arbeitsplatzes, einer Trennung umgehen zu lernen".

BEZIRK (ros). Nicht nur zu Allerheiligen ist der Gedanke an Tod und Trauer präsent. Doch gerade in dieser Gedenkzeit an die Verstorbenen kann man das Tabuthema Tod und die damit verbundene Trauer nicht ausblenden. "Menschen brauchen beim Trauern Menschen. Menschen, die einfach da sind, zuhören, das Leid mittragen, trösten, die Ohnmacht mit dem trauernden Menschen teilen. Trauernde begleiten bedeutet zunächst, den Betroffenen in der jeweiligen Lebensbefindlichkeit abzuholen. Raum geben für die Betroffenheit des Trauernden. Im Alltag unterstützen und signalisieren: Ich habe Zeit für dich", so Fritz Käferböck-Stelzer, Betriebsseelsorger Linz-Land. "Trauern ist wichtig, um in den verschiedenen Formen der Trauerbewältigung immer mehr Momente zu finden, mit der Situation des Verlustes eines geliebten Menschen, des Arbeitsplatzes, einer Trennung umgehen zu lernen. Im Trauern werden Erinnerungen lebendig, sowohl an Positives, schöne Zeiten, die man mit einem geliebten Menschen verbringen durfte, aber auch das Fehlen wird bewusst. Ärger und Angst haben ebenfalls Raum. Im Trauerjahr kann Abstand gewonnen werden und es ist wieder Platz für neue Lebendigkeit. Die Zeit heilt allerdings nicht alle Wunden, die Narben bleiben spürbar als Zeichen der Verbundenheit. Trauern kann Jahre dauern und bricht immer wieder durch". Professionelle Hilfe - wie Ärzte, Telefonseelsorger, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder Trauerseminare - kann helfen, den engen Blick in speziellen Krisen- und Trauersituationen zu weiten. Vor allem bei traumatischen Ereignissen, kann es stützen, ermutigen und mittragen helfen. "Trauernde Menschen sollten die Chance professioneller Hilfe für ihre Trauerbewältigung wenn möglich in Anspruch nehmen", meint Fritz Käferböck-Stelzer.
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