17.12.2017, 18:53 Uhr

„Linz-Landsleute“: Weihnachten rund um den Globus

Adventzeit bei mehr als 20 Grad: Sebastian Buschek schickte der BezirksRundschau dieses vorweihnachtliche Bild aus Texas. (Foto: Buschek)

Die besinnliche Zeit abseits der Heimat verbringen: Zwei Linz-Landler berichten aus der Ferne.

BEZIRK (nikl). „Ein kühler Caipirinha anstatt eines wärmenden Punsches. In Brasilien beginnt im Dezember der Sommer, wo man bei 35 bis 40 Grad zu Weihnachten ordentlich ins Schwitzen kommt“, beschreibt der Kronstorfer Andreas Bierbaumer die Zeit vor Weihnachten in seiner Wahlheimat Brasilien. Seit sieben Jahren ist der Linz-Landler für MAN am Standort in Resende – Bundesstaat Rio de Janeiro – beschäftigt. „Privat und beruflich – meine Frau kommt aus Brasilien – hat es also ganz gut gepasst, als es 2010 die Möglichkeit gab, Auslandserfahrung zu sammeln.“

„Nikolaussackerl“ zur Traditionsvermittlung

Dem dreijährigen Sohn möchte Bierbaumer die Traditionen aus Österreich und Brasilien näherbringen: „Heuer gab es einen Adventkalender und ein ,Nikolaussackerl’ für den Nachwuchs.“ Was das Weihnachtsfest zwischen Österreich und Brasilien unterscheidet? Bierbaumer: „Gefeiert wird auch im Kreise der Familie, allerdings unterscheidet sich die Definition Familie: In Brasilien wird mit Tanten, Onkeln bis zu den Großtanten gefeiert. Da kommen zwischen 50 und mehr Personen zusammen.“ So viele Menschen zu beschenken ist schwer: „Mit dem Spiel ,Amigo Secreto’ – ähnelt dem Wichteln – werden am 24. Dezember alle beschenkt. Für die Kinder gibt es den ,Papai Noel’ – den Weihnachtsmann – und die Geschenke liegen unter einem geschmückten Weihnachtsbaum aus Kunststoff.“
Heuer muss Bierbaumer nicht auf die Idylle der Heimat verzichten: „Kurz vor Weihnachen habe ich einen beruflichen Termin in Steyr. Deshalb werde ich dieses Jahr im Kreis der Familie in Kronstorf sein. Natürlich mit einem Besuch des Christkindlmarkts.“

24.12 spielt keine Rolle

„Ein dicker Santa Claus macht Bilder mit Kindern“: Eine typische Situation in einem amerikanischen Einkaufszentrum – Shopping Mall – zur besinnlichen Zeit. Diese verbringt der Ofteringer Sebastian Buschek in der südtexanischen Stadt Corpus Christi. Seit Ende September ist der technische Angestellte eines großen Linzer Stahlherstellers auf Dienstreise in den USA. „Advent in den USA ist nicht wirklich kulturell oder kirchlich geprägt. Man merkt einfach – durch sehr kitschige Weihnachtsdekoration –, dass Christmas Eve kommt.“

„Ein Christkind ist hier unbekannt“

Fazit des Ofteringers: „Ein Christkind ist hier unbekannt und der 24. Dezember spielt eine untergeordnete Rolle, die Geschäfte haben meistens bis Mitternacht geöffnet. Bevor die Kinder ins Bett gehen, hängen sie ihre Geschenk-Sackerl an den Kamin, die am nächsten Morgen dann hoffentlich prall gefüllt sind.“ Mit einer Besonderheit kann der Advent für Buschek in Texas aufwarten: „Das erste Mal seit dreizehn Jahren gab es in Texas wieder Schnee.“ Das Weihnachtsfest feiert Buschek wieder zu Hause in Oftering. Was er, neben der Familie, vermisst: „Ein Schwarzbrot. Man kann auch froh sein, sollte man ein Lebensmittel ohne Zucker finden.“

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.