Beziehung: Richtig streiten will gelernt sein

Gerade in Beziehungen kann eine niveauvolle Streitkultur ein gutes Fundament für eine stabile Beziehung sein.
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  • Gerade in Beziehungen kann eine niveauvolle Streitkultur ein gutes Fundament für eine stabile Beziehung sein.
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In Beziehungen trifft man oft zwei Extreme an: Da gibt es Partnerschaften, in denen nie gestritten wird, und solche, in denen ständig die Fetzen fliegen. "Wie viel Streit normal ist, empfindet jeder anders. Jeder kommt mit seinen eigenen Möglichkeiten und mit seiner Geschichte in die Beziehung. Er bringt aus der Erfahrung und den daraus gezogenen Schlüssen Verhaltens- und Handlungsmuster mit. Basierend darauf agiert und reagiert er in den zwischenmenschlichen Beziehungen", weiß die Linzer Psychotherapeutin Sabine Roßgatterer. Um eine gute Beziehung zu führen braucht demnach ein Paar mehr, ein anderes weniger Streits, Diskussionen oder Auseinandersetzungen.

Hellseherische Fähigkeiten und gerechte Aufteilung

Streit ist in einer Beziehung vor allem dann wichtig, "wenn sich einer der beiden nicht wohl fühlt oder etwas Wesentliches in der Beziehung vermisst", so Roßgatterer. Die häufigsten Gründe dafür liegen in unterschiedlichen Bedürfnissen und Kommunikationsstilen. "Das Problem ist zum einen die mangelnde Kenntnis der eigenen Wünsche und zum anderen die Erwartung, dass der Partner diese erfüllen soll, ohne dass sie ausgesprochen werden", weiß die Expertin aus ihrer psychotherapeutischen Praxis. Auch die Gerechtigkeit in der Partnerschaft ist ein häufiges Thema für Auseinandersetzungen – wer ist wofür und wie oft zuständig und bekommt jeder die gleichen Chancen, sich zu entwickeln und zu entfalten?

Streit ohne verbale Angriffe

"Die Fähigkeit, eigene Gefühle zu reflektieren und in einen Bezug mit eigenen Fähigkeiten und Mängeln sowie jenen des Partners zu stellen, und diese dann auch noch verbalisieren zu können, ist hilfreich, um Auseinandersetzungen erfolgreich bestreiten zu können", sagt Roßgatterer. Richtig streiten bedeutet laut der Expertin, eigene Gefühle und Bedürfnisse aus der Ich-Perspektive zu nennen. "Damit kann klar ausgedrückt werden, welche Aussagen und Verhaltensweisen des anderen zu welchen Gefühlen führt. Das gibt dem Partner die Möglichkeit zu erkennen, was sein Verhalten beim anderen auslöst, ohne dass er sich angegriffen fühlt und sich in eine Verteidigungsposition zurückziehen muss." Misslingt die Kommunikation, sind daran meist verbale Angriffe in Form von Du-Botschaften schuld. "Dem Partner wird signalisiert, so wie du bist, bist du nicht richtig." Besonders schwerwiegende Fehler in einem Streit sind persönliche Schuldzuweisungen und Abwertungen.

Gerade in Beziehungen kann eine niveauvolle Streitkultur ein gutes Fundament für eine stabile Beziehung sein.
Sabine Roßgatterer ist Psychotherapeutin in Linz.
Autor:

Nina Meißl aus Linz

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