Premiere in Linz
Erste Bypass-Operationen mit Roboterunterstützung am KUK
- LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Andreas Zierer, Vorstand der Universitätsklinik für Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie.
- Foto: KUK/Derflinger
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Am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz wurden vergangene Woche zwei Bypass-Operationen mit Hilfe eines chirurgischen Roboters durchgeführt – eine Premiere für das Haus.
LINZ. Die Eingriffe erfolgten am 26. Juli im Zentral-OP unter der Leitung von Andreas Zierer, Vorstand der Universitätsklinik für Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Operiert wurden ein 84-jähriger verwitweter Malermeister im Ruhestand sowie ein 54-jähriger deutscher Staatsbürger, der in einem Linzer Stahlbetrieb arbeitet. Die Operationen fanden am schlagenden Herzen statt, ohne Einsatz einer Herz-Lungenmaschine. Unterstützt wurde das Team von Štěpán Černý, Chefarzt der Herzchirurgie am Universitätsklinikum Motol in Prag und europäischer Pionier auf diesem Gebiet. Beide Patienten konnten bereits am Tag nach dem Eingriff auf die Normalstation verlegt werden und sind schmerzfrei sowie mobilisiert.
„Medizinischer Fortschritt zeigt seinen größten Wert dann, wenn er den Menschen unmittelbar zugutekommt. Mit den ersten roboterassistierten Bypass-Operationen am Kepler Universitätsklinikum gelingt ein bedeutender Schritt hin zu einer noch schonenderen Herzchirurgie."
sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).
- Am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz wurden vergangene Woche zwei Bypass-Operationen mit Hilfe eines chirurgischen Roboters durchgeführt
- Foto: KUK/Derflinger
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Präzision und schnellere Genesung
Bei der roboterassistierten Herzchirurgie übersetzt das System die Handbewegungen des Chirurgen präzise auf winzige Instrumente im Brustkorb und eliminiert menschliches Zittern. Im Vergleich zur klassischen offenen Herzoperation, bei der das Brustbein durchtrennt wird, entfällt die monatelange Knochenheilung. Der Blutverlust ist durch die kleinen Zugänge erheblich geringer, das Infektionsrisiko sinkt deutlich. Ein besonderer Vorteil liegt in der Steuerung der Kraftentwicklung durch den Roboter, wodurch umliegendes Gewebe und Nerven maximal geschont werden. Dies führt zu geringeren postoperativen Schmerzen und schnellerer Mobilisation.
„In Europa stehen wir aktuell an der Schwelle zu einer Revolution in der Herzchirurgie", erklärt Zierer. „Mit den neuen Robotersystemen, deren Zulassung in Europa kurz bevorsteht, wird es möglich sein, bis zur Hälfte der herzchirurgischen Eingriffe maximal schonend durchzuführen. Die stationäre Aufenthaltsdauer kann somit bis auf die Hälfte reduziert werden."
- LH-Stellvertreterin Christine Haberlander im Gespräch mit einem der Patienten.
- Foto: KUK/Derflinger
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ERAS-Konzept für schnellere Erholung
Aufbauend auf dem erfolgreichen Auftakt plant das KUK die Implementierung des ERAS-Konzepts am Herzzentrum. ERAS steht für „Enhanced Recovery After Surgery" und umfasst drei Phasen: Vor der Operation werden Patienten durch spezialisierte Pflegekräfte geschult und erhalten Atemtraining. Während der Operation kommen kurzwirksame Narkosemittel zum Einsatz. Nach der Operation erfolgt eine Frühmobilisation – bereits wenige Stunden nach dem Eingriff sitzen Patienten an der Bettkante. „Die geplante Implementierung des ERAS Konzepts am Herzzentrum des KUK ist ein erster ganz großer Schritt auf dem Weg, die Prozesse im gesamten Uniklinikum zum Wohle der Patientinnen und Patienten visionär zu optimieren", sagt KUK-Geschäftsführer Meinhard Lukas.
- Das Team mit LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (Mitte links), KUK-Geschäftsführer Meinrad Lukas (r.) Klinikvorstand Andreas Zierer und Pflegedirektorin Simone Pammer (2.v.r.).
- Foto: KUK/Derflinger
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