Mini-Steinmetze verewigten sich im Mariendom

Steinmetzmeister Gerhard Fraundorfer leitet die kleinen „Steinmetz-Lehrlinge“ behutsam an.
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  • Steinmetzmeister Gerhard Fraundorfer leitet die kleinen „Steinmetz-Lehrlinge“ behutsam an.
  • Foto: Diözese Linz / Krenn
  • hochgeladen von Nina Meißl

Im Mariendom finden derzeit die letzten Arbeiten für die Neugestaltung des Innenraums statt. Der Bereich der Vierung, in dem die neue Altarinsel errichtet wurde, ist Besuchern daher noch nicht zugänglich – normalerweise. Kürzlich machte Dompfarrer Maximilian Strasser für die kleinen und großen Besucher des Familiengottesdienstes eine Ausnahme. Nach der Messe in der Kirche der Kreuzschwestern versammelten sich etwa 20 Kinder und ihre Eltern im hinteren Bereich des Mariendoms. Dompfarrer Strasser öffnete die Absperrung und führte die Gruppe in die Vierung des Doms zur Altarinsel, wo schon Steinmetzmeister und Domhüttenmeister Gerhard Fraundorfer wartete.

Kinder einbinden

Bevor der neue Altar, ein etwa sieben Tonnen schwerer Monolith aus Jura-Kalkstein, am 8. Dezember 2017 um 10 Uhr beim Festgottesdienst von Bischof Manfred Scheuer feierlich geweiht wird, sind noch fünf Kreuze einzumeißeln. Diese sind an jedem Altar zu finden und stehen für die fünf Wundmale Christi und sein Leiden am Kreuz. Vier Kreuze hat der Meister selbst bereits eingearbeitet, beim fünften durften die Kinder der Dompfarre mithelfen. Die Idee dazu kam von Dompfarrer Maximilian Strasser, dem es ein Anliegen war, die Kinder einzubinden: „Die Kinder sollen nachher sagen können: Ich war dabei, ich habe etwas beitragen können“, so Strasser, dem es wichtig ist, auch den Jüngsten den neu gestalteten Feierraum spürbar zu machen.

Mit Begeisterung und Ehrfurcht

Die Begeisterung bei den Kindern war groß, alle wollten das Meißeln ausprobieren. Bei aller Freude und Aufregung herrschte eine gespannte und konzentrierte Stille – alle Beteiligten spürten das Besondere dieses Moments. Mitten im dunklen Dom, das auf dem Stein vorgezeichnete Kreuz nur von einer Tischlampen-Konstruktion beleuchtet, konnten sich die Kinder im neuen Altar „verewigen“. Manche konnten gar nicht genug bekommen. „Darf ich noch einmal?“, wurde der Steinmetz mehrmals gefragt, als alle einmal drangekommen waren. „Aber sicher! Alles, was du machst, muss ich nicht machen“, freute sich Fraundorfer über jede Unterstützung. Eine Getränkekiste diente als Podest, damit die „Steinmetz-Lehrlinge“ auch in der richtigen Höhe arbeiten konnten. Behutsam führte Fraundorfer die kleinen Hände, die sehr ehrfürchtig mit Hammer und Meißel umgingen. Auch einige Erwachsene bearbeiteten mit großem Respekt den Stein, stellten sich aber bei weitem nicht immer so geschickt an wie die Kinder. „Mama, du machst das falsch“, kam auch postwendend die Belehrung durch die kleinen „Profis“.

Feierliche Einweihung

Auch Dompfarrer Strasser ließ sich nicht lange bitten und leistete seinen handwerklichen Beitrag zum fünften Kreuz, während Dombaumeister Architekt Wolfgang Schaffer lieber „weiterhin in der Dombauhütte übt“, wie er schmunzelnd meinte. Steinmetzmeister Fraundorfer vollendete schließlich das Werk: In den Altar sind nun alle fünf Kreuze eingemeißelt. Nun wird der Steinquader wieder sicher verpackt – bis zum großen Fest am 8. Dezember. Das Fest Mariä Empfängnis an diesem Tag ist gleichzeitig das Patrozinium des Linzer Mariendoms, welcher der „ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ geweiht ist.

Buntes Programm

Rund um die Einweihung gibt es einiges an Programm. Das Fest beginnt am Vorabend (7.12. ab 18.15 Uhr) mit einer Vesper (Abendgebet), bei der auch die Chororgel geweiht wird. Am 8. Dezember wird bei einem Festgottesdienst um 10 Uhr der neue Altar von Bischof Manfred Scheuer feierlich geweiht. Ebenso erfolgt die Benediktion (Segnung) von Kathedra (Bischofssitz), Priestersitz und Ambo.

Nach dem Festgottesdienst besteht die Möglichkeit, den neu gestalteten Innenraum des Mariendoms in Ruhe persönlich zu erkunden. Das DomCenter bietet dazu 20-minütige Führungen (12.30 Uhr, 13.30 Uhr, 16.30 Uhr) an, die das Raumkonzept und die künstlerische Sprache von Altar, Ambo und Leitungssitzen zeigen. Dazwischen spielen Mitglieder der Dompfarre unter dem Motto Sammlung-Mitte-Gemeinschaft Instrumentalmusik und Manuel Klein liest Texte aus der Heiligen Schrift (13 und 17 Uhr).

Um 15 Uhr gibt es ein Festkonzert der Linzer Dommusik, die die neue Akustik präsentiert. Die renovierte Chororgel ertönt im Zusammenspiel mit der Rudigierorgel und Gast-Ensembles werden von mehreren Orten im Dom zu hören sein. Der Eintritt dazu ist frei.

Von 8. bis 10. Dezember findet am Domplatz zudem der beliebte Adventmarkt der Dompfarre statt, bei dem selbstgemachte und handgefertigte Produkte angeboten werden: adventliche Gestecke, Christbaumschmuck und handverzierte Weihnachtskerzen, religiöse Gegenstände aus Karton, Emaille, Glas und Metall, Holzarbeiten aus den Stufen des früheren Altarpodiums, Lavendelkissen und andere Textil- und Strickwaren, Etageren, CDs mit Gesängen der „Freitagsvesper“, Honig vom Dom-Imker, Kräutersalze, Lebkuchenhäuser, Fruchtgelees und Chutneys sowie verschiedene Sorten von „Dom-Geist“ und Weihnachtskeksen. Geöffnet hat der Markt am Freitag von 12 bis 18 Uhr, am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr.

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