Linza G'schichten
Höhenangst am virtuellen Wolkenkratzer

In der Tabakfabrik bot sich die Gelegenheit, einmal selbst die Möglichkeiten der Virtual-Reality-Technik zu testen.
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  • In der Tabakfabrik bot sich die Gelegenheit, einmal selbst die Möglichkeiten der Virtual-Reality-Technik zu testen.
  • hochgeladen von Andreas Baumgartner

In der Grand Garage zeigten Gaming-Experten neugierigen Anfängern die virtuelle Spielewelt.

LINZ. Ich steige in den Lift eines Wolkenkratzers und betätige den Knopf für das oberste Stockwerk. Nach kurzer Fahrt öffnet sich die Tür: Die ganze Stadt liegt mir zu Füßen. Ebendort am Ausgang des Lifts ist eine Holzplanke verschraubt. Wage ich den Gang nach draußen? Mein Körper aktiviert alle Warnsignale: Beim zaghaften Schritt auf die Planke werden die Beine weich, Adrenalin schießt durch den Körper. Nur ein Schritt daneben und ich falle in den Abgrund ...

"Wow! Darf ich nochmal?"

Dabei kann eigentlich gar nichts passieren. Denn bei der eben beschriebenen Geschichte handelt es sich nur um einen Ausflug in die Virtuelle Realität (VR). Das ist eine völlige neue Art des Computerspielens. Die Spieler tragen eine VR-Brille und bewegen sich auf einem etwa drei mal drei Meter großen Spielfeld. Sensoren am Kopf und in den Controllern übertragen die Bewegungen direkt ins Spiel. Die Rundumsicht versetzt Spieler in eine völlig andere Welt. 
Beim VR-Day in der Grand Garage in der Linzer Tabakfabrik wagen nicht alle den Schritt auf die Planke. "Oh Gott, das schaffe ich nicht", ruft eine neugierige VR-Testerin und macht nach einem virtuellen Blick in den Abgrund einen hastigen Schritt zurück. Ihre Tochter ist kurz davor staunend in luftiger Höhe herumspaziert: "Wow! Darf ich nochmal?", fragt sie Spielleiter Helwin Prohaska. Der Physikstudent hat gemeinsam mit einem Studienkollegen den Virtual-Reality-Workshop ins Leben gerufen.
Ursprünglich suchten die beiden VR-Enthusiasten nur nach einem Raum, wo gemeinsames Zocken möglich ist. Bei neun Quadratmetern pro Spieler stößt man zu Hause schnell an Grenzen. "Die ursprüngliche Idee ist dann leicht eskaliert", erzählt Prohaska und lacht. In der Grande Garage tummeln sich an diesem Tag Profis und Neulinge an fünf VR-Stationen.

Auf Roboterjagd

Während die einen die Möglichkeit nutzen, ein anderes Brillenmodell oder neue Spiele zu testen, werden Anfänger behutsam an die Virtuelle Realität herangeführt und dürfen sich etwa im virtuellen Bogenschießen probieren. Die Profis gehen währenddessen auf Roboterjagd. Bei den schnellen und hektischen "Ballerspielen" verliert man schnell die Orientierung am Spielfeld. Ohne Aufsicht rauscht man da schon mal mit einem Arm gegen den aufgebauten Bildschirm.
"Virtual Reality erlaubt eine völlig neue Art des Spielens", erzählt einer der erfahrenen Gamer in der Tabakfabrik. "Die Profigamer der Zukunft werden wohl völlig durchtrainiert sein", wagt er eine Prognose. Anstatt auf der Couch zu sitzen und Knöpfe zu drücken, braucht es in der virtuellen Realität vollen Körpereinsatz. Hier muss man sich vor dem virtuellen Gegner ducken oder den Bogen vor dem Abschießen wirklich aufziehen. "Wie teuer ist die Hardware?", fragt einer der Gäste, der soeben das erste Mal in die virtuelle Welt eingetaucht ist. "Ab 1.000 Euro ist man dabei – inklusive Brille", sagt Prohaska.

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