Unermüdlich ehrenamtlich im Einsatz

- Richard Schaefer ist jeden Tag ehrenamtlich im Einsatz.
- Foto: DieFotoFrau Linz
- hochgeladen von Nina Meißl
Der Linzer Richard Schaefer ist für den "Florian 2017" nominiert. Soziales Engagement ist in seinem Leben nicht wegzudenken.
Seit seinem 16. Lebensjahr ist Richard Schaefer in sozialen Bereichen tätig. Angefangen hat alles mit der Evangelischen Jugend und den Pfadfindern, seit 1979 jedoch gehört Schaefers Leidenschaft seiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim Roten Kreuz. In dieser Funktion war der diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger für Psychiatrie und Neurologie sowie Fachpfleger für Psychosomatik maßgeblich beteiligt, bei der Lawinenkatastrophe von Galtür die Krisenintervention aus der Taufe zu heben.
Schwer verunglückt
Auf dem Heimweg von seinem 125. Einsatz als Mitarbeiter der OÖ Krisenintervention verunglückte er 2005 jedoch schwer. Seither ist Schaefer querschnittgelähmt und leidet unter zahlreichen gesundheitlichen Problemen. Resignieren und den Kopf hängen lassen – das passte jedoch nie zu Richard Schaefer. Trotz 33 Operationen und sechs Jahren in Krankenhäusern und Rehazentren verlor sein soziales Engagement nie an Intensität. Sogar während seiner 35-monatigen Erst-Reha arbeitete er vom Krankenbett aus weiter, so gut er konnte. 2012 gründete er in Linz das "Netzwerk Quer-Schnitt" für Personen, die von einer Querschnittlähmung bzw. einer Querschnitt-Symptomatik betroffen sind, sowie deren Partner und pflegende Angehörige. Mit den verschiedenen Angeboten will Schaefer den Betroffenen "ein Werkzeug in die Hand geben, um mit den Folgen einer angeborenen oder aber meist erworbenen Querschnitt-Situation besser zurechtzukommen".
Großes Einsatzgebiet
Dazu gehören Einzel-, Paar- und Familienberatungen, aber auch Netzwerk-Aktivitäten zwischen Betroffenen, Firmen, Organisationen und Vereinen, um einen Informationstransfer und Hilfestellungen zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit den interdisziplinären Teams im Unfallkrankenhaus, am Med Campus III und am Neuromed Campus unterstützt Schaefer außerdem frisch Querschnitt-Betroffene. In den vergangenen Jahren hat sich sein Arbeitsbereich auch hinsichtlich Beratungen von pflegenden Angehörigen, Beratungen zur barrierefreien Wohnungseinrichtung und Sexualberatung für Menschen mit Behinderung stark erweitert. "Sämtliche Angebote sind kostenlos. Ich finanziere derzeit, mangels Sponsoren, Förderungen oder Zuschüssen, mein Projekt ,Netzwerk Quer-Schnitt’ von meiner Invaliditätspension." Dazu kommt, dass Schaefer immer nur am Vormittag und am Abend je dreieinhalb bis maximal viereinhalb Stunden ohne Pause im Rollstuhl sitzen darf. Doch Schaefer lässt sich davon nicht von seinem sozialen Engagement abhalten. So war er auch auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle jeden Tag zwei Mal im Postverteilzentrum als psychosozialer Krisenmanager im Einsatz, betreute die Helfer sowie die schwer traumatisierten Flüchtlinge und versuchte, Hilfsmittel für jene aufzutreiben, deren Rollstühle schon auseinanderfielen oder die überhaupt keine hatten.
Mehr Infos zum Netzwerk Quer-Schnitt finden Sie im Internet unter <f>quer-schnitt.net </f>
Nominieren Sie (sich) jetzt
Die BezirksRundschau zeichnet dieses Jahr in Kooperation mit dem Land Oberösterreich, der Oberösterreichischen Versicherung und dem ORF Oberösterreich jene Menschen aus, die sich im Bereich Ehrenamt besonders engagieren und deren ehrenamtlicher Einsatz ins öffentliche Licht gerückt werden soll.
Sie kennen jemanden, auf den das zutrifft oder sind selbst ehrenamtlich tätig? Dann nominieren Sie diese Person oder bewerben Sie sich jetzt via Post (BezirksRundschau, Hafenstraße 1-3, 4020 Linz, Kennwort "Florian") oder im Internet unter meinbezirk.at/florian. Die Teilnahmefrist endet am 7. April.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.