Hohe sonderpädagogischer Förderbedarf
Mengerschule wird ab nächstem Schuljahr übergangsweise wieder eröffnet
- Um notwendige Plätze für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu schaffen, wird die geschlossene Mengerschule in Linz-Dornach ab dem Schuljahr 2026/27 als Übergangsstandort wiedereröffnet.
- Foto: Stadt Linz
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Die Stadt Linz schafft zusätzliche Schulkapazitäten für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird die ehemalige Mengerschule in Linz-Dornach als Übergangsstandort reaktiviert. Ziel ist es, den steigenden Bedarf an Förderplätzen zu decken, bis das neue Inklusive Schulzentrum im Linzer Süden im Jahr 2030 fertiggestellt ist.
LINZ. Die Mengerschule, die nach der Eröffnung der Mira-Lobe-Schule geschlossen wurde, wird künftig eine Erweiterung der Allgemeinen Sonderschule (ASO 4) beherbergen. „Wir handeln rasch, weil Kinder nicht warten können. Die Mengerschule ist eine wichtige Übergangslösung“, erklärt Vizebürgermeisterin Merima Zukan (SPÖ), die für den Schulbereich zuständig ist. Im Sommer 2026 sollen die notwendigen baulichen Maßnahmen umgesetzt werden, damit der Schulbetrieb reibungslos starten kann. Das geplante Inklusive Schulzentrum im Linzer Süden wird rund 150 Plätze für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie reguläre Klassen bieten. Der Standort wird derzeit geprüft, mit der Fertigstellung rechnet die Stadt 2030.
Kritik am veralteten Finanzierungsschlüssel
Zukan kritisiert den derzeitigen Finanzierungsschlüssel für sonderpädagogische Förderung (SPF) scharf. Dieser liegt seit über 30 Jahren bei 2,7 Prozent und entspricht nicht mehr den tatsächlichen Bedürfnissen. „Mit einem veralteten Finanzierungsschlüssel kann niemand ein modernes, inklusives Schulsystem aufbauen. Der Schlüssel muss endlich der Realität angepasst und auf mindestens fünf Prozent angehoben werden“, fordert die Linzer Vizebürgermeisterin. Sie appelliert an Bildungsminister Martin Wiederkehr (NEOS), dringend Reformen einzuleiten.
Kompetenzdschungel erschwert Planung
Ein weiteres Problem sieht Zukan im Kompetenzwirrwarr zwischen Bund, Land und Städten. Während der Bund pädagogische Vorgaben macht und das Land die Personalzuteilung steuert, sind die Städte für Gebäude und Infrastruktur zuständig. „Wer Aufgaben weitergibt, muss auch Verantwortung und Finanzierung übernehmen. Der Bund muss die gesamte Kompetenz übernehmen – und die Städte müssen endlich jene Rolle bekommen, die sie in der Realität längst haben“, so Zukan. Die Stadt Linz fordert zudem eine rechtlich abgesicherte Nutzung von Daten aus dem Kindergartenbereich, um den Bedarf frühzeitig zu erkennen und Schulstandorte besser planen zu können. Derzeit können diese Daten nur eingeschränkt genutzt werden, was die Planung erschwert.
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