13.10.2017, 13:31 Uhr

Landesrat Anschober will gegen Insektensterben ankämpfen und fordert Aus für Umweltgifte

Landesrat Rudi Anschober und Schmetterlingsforscher Dr. Peter Huemer zeigen Kästen mit Schmetterlingen auf einer Blumenwiese und nach intensiver Düngung. (Foto: Land OÖ)

Ausräumung der Landschaften, Klimawandel und massiver Einsatz von Risikopestiziden sind nur ein paar Gründe, warum die Artenvielfalt vieler Insekten und auch anderer Lebewesen zurückgegangen ist.

Linz. Der oberösterreichische Landesrat für Umwelt, Rudolf Anschober, will gemeinsam mit Dr. Peter Huemer, einem Schmetterlingsforscher aus Tirol, gegen die intensive Landwirtschaft und die massive Düngung angehen. Diese gelten als die Hauptursache für das Schrumpfen der Insektenvielfalt.

Darum setzt sich Anschober auf mehreren Ebenen für den Schutz von Bienen, Schmetterlingen und Co ein. Im November geht es bei einer Rats-Sitzung um die Verlängerung von Glyphosat, einem Pflanzenschutzmittel, das laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ist.

Aus für Pflanzenschutzmittel Glyphosat?

„Im EU-Unterausschuss des Parlaments wurde der Umweltminister mit Mehrheitsbeschluss verpflichtet, bei der Rats-Sitzung im November über eine Verlängerung von Glyphosat mit Nein zu stimmen. Neben Frankreich und Italien könnte dies die entscheidende Stimme für ein Aus von Glyphosat in Europa bedeuten. Jetzt muss Rupprechter (Minister für Umweltwirtschaft, Anm. d. Red.) dafür kämpfen und in einem aktiven Lobbying noch andere Mitgliedstaaten wie etwa Deutschland auf die Nein-Seite ziehen“, meint Anschober.

Die zweite Entscheidung im Ministerrat handelt von der Zulassung von Neonics. Das ist eine Gruppe von hochwirksamen Pestiziden, welche schon lange unter dem Verdacht steht, für das Sterben der Insekten verantwortlich zu sein. Darüber hinaus können die Wirkstoffe über Jahre hinweg in den Böden verbleiben. Um Neonics zu verbieten, müssen die Mitgliedsstaaten in der EU-Kommission für ein Auslaufen der Genehmigung stimmen.

„Diese beiden Entscheidungen wären ein erster großer
Fortschritt für Bienen und Insekten, für Vögel, Umwelt und Gesundheit, der mit
Jahresende schon Wirklichkeit sein könnte“, betont Anschober.

Projekt "Bienenfreundliche Gemeinden"

Dr. Huemer erläutert die bedenklichen Auswirkungen bei einem Rückgang der Artenvielfalt. Dazu zählen der Rückgang der Bestäubungsleistung bei Nutz- und Wildpflanzen, eine negative Auswirkung auf Bodenbildung und Bodenfruchtbarkeit, sowie Konsequenzen für die Nahrungskette.

Um die Weichen für die Zukunft zu stellen, wurde in der Vergangenheit bereits das Projekt "Bienenfreundliche Gemeinden" begleitet, das nun, wegen des großen Erfolges, in Zusammenarbeit mit dem oö. Umweltressorts und dem Klimabündnis OÖ weitergeführt wird.
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