12.09.2014, 09:25 Uhr

Hightech-Simulatortraining für junge Ärzte in Linz

Die Studenten und die Profis aus dem Chirurgenteam waren begeistert von der Übungsmöglichkeit. (Foto: BHS Linz)
Ein mobiles Trainingszentrum machte diese Woche am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz Halt. In dem zur Trainingsstation umgebauten Kleinbus konnten Medizinstudenten der diesjährigen "Summer School" und interessierte Mediziner an hochmodernen Simulatoren verschiedene Eingriffe im Bereich der Schlüssellochchirurgie ausprobieren und ihre Fertigkeiten perfektionieren.

Die sogenannte Schlüssellochchirurgie wird heute in vielen Fällen eingesetzt, wo früher noch offene Operationen mit großen Hautschnitten nötig waren. Finden die Eingriffe im Bauchraum statt, spricht man auch von laparoskopischer Chirurgie. „Dabei werden über kleine Hautschnitte eine Kamera sowie chirurgische Instrumente in die Bauchhöhle eingeführt, und damit operiert“, erläutert Klaus Emmanuel, Chirurgie-Primar bei den Barmherzigen Schwestern, diese Technik.
Für die Patienten bringt die Schlüsselloch-Chirurgie viele Vorteile: Weniger Schmerzen, kürzerer Spitalsaufenthalt und kaum Narben. „Für ein optimales Ergebnis muss der Chirurg jedoch viel Übung und praktische Erfahrung mitbringen“, so Emmanuel. „Bei einem offenen Eingriff hat man das Operationsfeld klar vor sich. Bei der Schlüssellochchirurgie hingegen kann man sich nur an dem orientieren, was man am Monitor sieht.“ Grundvoraussetzung für diese indirekte Arbeitsweise, die durch das eingeschränkte Gesichtsfeld noch erschwert wird, ist eine gute Augen-Hand-Koordination. Diese muss auch von erfahrenen Chirurgen regelmäßig trainiert werden – idealerweise ohne Risiko für den Patienten und unabhängig vom Klinikalltag.

Mit Computersimulation lernen

Das mobile Trainingszentrum "Prof Ed Mobil" von Johnson & Johnson Medical bietet eine innovative Übungsmöglichkeit für Profis und Neueinsteiger. Der umfunktionierte Kleinbus beherbergt zwei hochmoderne Virtual Reality Simulatoren sowie zwei sogenannte Pelvitrainer. An den beiden Simulatoren können – wie in einem „Computerspiel“ – laparoskopische Eingriffe Schritt für Schritt geübt werden. Am Ende der virtuellen Operation erhält der Chirurg eine Bewertung seiner Arbeit und erfährt anhand einer Fehleranalyse, wo es noch Verbesserungspotential gibt. An den Pelvitrainern werden mit Nahtmaterial chirurgische Naht- und Knotentechniken geübt. Medizinstudenten gewinnen im Trainingsmobil ein erstes „Feeling“ für die immer breiteren Anwendungen der Schlüsselloch-Chirurgie.
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