16.04.2018, 16:33 Uhr

Voestalpine stellt Weichen für grüne Stahlproduktion

Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Österreich, Herbert Eibensteiner, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Steel Division, Bart Biebuyck, Executive director, Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU), Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender voestalpine AG und Wolfgang Anzengruber, CEO VERBUND. (Foto: voestalpine)

Die weltweit größte industrielle Wasserstoffpilotanlage entsteht derzeit am voestalpine-Gelände.

Die weltweit größte Anlage zur Herstellung von "grünem" Wasserstoff wird künftig am voestalpine-Gelände in Linz stehen. Der Stahlkonzern forscht gemeinsam mit Siemens, Verbund sowie Austrian Power Grid, K1-MET und ECN an der künftigen "Breakthrough-Technologie". Diesen Montag erfolgte der offizielle Baustart zur Pilotanlage "H2FUTURE". Bis 2050 sollen die CO2-Emissionen um rund 80 Prozent reduziert werden. Ein Umschwenk auf nachhaltige Energieressourcen wird damit für die europäische Industrie zur Standortfrage. "Die Industrie arbeitet mit großem Einsatz an neuen Technologien. Druck von der Politik hilft uns nicht, sondern Unterstützung", so voestalpine-Vorstandsdirektor Eder.

Grüner Wasserstoff

Bislang wird Wasserstoff zu 95 Prozent aus fossilen Energieträgern hergestellt. Der Verbund versorgt die Anlage mit grüner Wasserkraft. Siemens setzt vor Ort das weltweit größte PEM (= Proton Exchange Membrane)-Elektrolysemodul ein. Im Vollbetrieb sollen damit ab Frühjahr 2019 sechs Megawatt an Leistung erzeugt werden. Die modulare Bauweise erlaubt jederzeit eine Erweiterung der Pilotanlage. "Wir forschen an einer Form der Elektrolyse die auch für die Wirtschaft interessant ist", so Siemens Österreich-Generaldirektor Wolfgang Hesoun. 1.000 Liter entsalztes Wasser werden pro Stunde in die Pilotanlage eingespeist. Daraus werden 1.200 Kubikmeter Wasserstoff erzeugt. Der Wirkungsgrad liegt bei hohen 80 Prozent. 
Die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff geht weit über eine industrielle Nutzung hinaus. Auch Anwendungen als Treibstoff in der Mobilität oder als Energieträger in der Strom- und Gasversorgung sind möglich. "Wir lernen erst in welchem Ausmaß Kohle und Koks ersetzt werden kann. Wir brauchen den Zeitraum von 20 Jahren", so Eder. Die EU-Kommission fördert das Projekt mit zwölf Millionen Euro, weitere sechs Millionen Euro teilen sich voestalpine, Siemens und Verbund.

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