Jede Minute kann entscheiden

LUNGAU/PONGAU (pjw/jb). Weder Bernhard Schilcher (GF Rotes Kreuz Lungau) noch Hans-Peter Seitlinger (OFK der Freiwilligen Feuerwehr Tamsweg) sind im Bezirk Fälle von Eiseinbrüchen in jüngster Vergangenheit bekannt. Dennoch: Sollte ein Unglück passieren, dann würden ihre Einsatzorganisationen gerufen, da es im Lungau keine aktive Einsatztruppe des Landesverbandes (LV) der österreichischen Wasserrettung gibt.

Die Feuerwehr sei grundsätzlich zur Eisrettung fähig, sagt Seitlinger. Im Ernstfall würden die Helfer versuchen, mit der Drehleiter an die verunglückte Person heranzukommen. Das wäre für die Feuerwehr allerdings nicht mehr zu bewältigen, da im Lungau keine Einsatztaucher verfügbar sind. Im Ernstfall müsste die nächstgelegene einsatzfähige Einheit der Wasserrettung im Pongau hinzugezogen werden. Zwar gibt es im Lungau mit Katharina Löcker eine Ansprechperson der Wasserrettung, eine Einsatzeinheit fehlt allerdings. Unverzichtbar vor Ort sind in vielen Fällen neben Rot-Kreuz-Helfern auch Einsatzkräfte der Bergrettung. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, gilt es ein paar Profi-Tipps zu beherzigen:

Eisdicke unterscheidet sich
Grundsätzlich gilt, Eisflächen erst bei absoluter Sicherstellung der Tragfähigkeit betreten – „und auch dann ist es immer noch gefährlich. Schließlich kann das Eis stellenweise verschieden dick sein“, warnt Markus Gewolf, Landesfachreferent für Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Wasserrettung LV Salzburg und erklärt: „Bodenwärme, Strömungen und Zuflüsse warmer Quellen können Eisflächen dünner machen. Aber auch mit Schnee bedecktes Eis ist meist weniger tragfähig als schneefreies.“

Wie rette ich mich selbst?
„Wenn man durch das Eis bricht, verursacht das kalte Wasser sofort starke Schmerzen. In kürzester Zeit werden die Glieder steif und nahezu Bewegungsunfähig. Alle körperlichen und geistigen Kräfte müssen mobilisiert werden, um Panik zu vermeiden“, betont Gewolf. Der Wasserretter weiß, dass Wissen über Möglichkeiten zur Selbstrettung wichtige Minuten an nicht effektiven Versuchen einsparen kann. „Eine Selbstrettung aus dem eisigen Nass muss innerhalb kürzester Zeit erfolgen. Je nach Beschaffenheit des Eises bieten sich zwei Möglichkeiten an: Ist das Eis tragfähig, versucht man sich flach darauf zu schieben und kriechend zum Ufer zu gelangen. Reicht die Stabilität dazu nicht aus, soll das Eis stückweise zerbrochen werden, um sich einen Weg ans Ufer oder zu tragfähigerem Eis zu bahnen“, so Gewolf.

Im Notfall improvisieren!
Sind Helfer in der Nähe, sollten diese als erste Maßnahme den Notruf 144 absetzen. Danach schieben die Augenzeugen Hilfsmittel wie Bretter, Stangen, Leitern, Tische, Bänke, etc. zur Einbruchsstelle. Ist die Dis-tanz zu groß, kann versucht werden, sich liegend, möglichst mit ausgebreiteten Armen, zum Verunglückten vorzuarbeiten. Wichtig: Mit einem Seil, einer Hundeleine oder ähnlichen Utensilien sollte sich der Helfer selbst sichern!

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