25.09.2014, 12:00 Uhr

Hinschauen hilft gegen Angst

Einige engagierte Abtenauer machten sich selber ein Bild von der Lage der Flüchtlinge.

ABTENAU (sys). "Wir sind alle schon sehr verunsichert, zum Großteil deshalb, weil niemand wirklich Bescheid weiß." Besorgte Bürger haben durch die Medien erfahren, dass Asylwerber ab sofort in ihrem Ort untergebracht werden.

Gemeinde steht allein da

Auf der rasch einberufenen Bürgerversammlung versuchte Bgm Johann Schnitzhofer so gut wie möglich zu informieren, allerdings:"Wir sind selber komplett überrumpelt worden. Ich hätte den Beamten des Innenministeriums eingeladen, an der Versammlung teilzunehmen. Er hat es aber vorgezogen nicht zu kommen. Wir werden nicht informiert, nicht gefragt, sind nicht zuständig. Aber wenn wir die Situation unseren Bürgern erklären sollen, da stehen wir alleine da!"

Bürger sammeln Spenden

Bis Ende des Jahres haben 40 Asylwerber temporäre Aufnahme in Abtenau erhalten, betreut werden sie von einer Mitarbeiterin des ORS Service. Bgm Schnitzhofer ist bemüht, die Asylwerber so gut es geht zu integrieren: "Wir werden diesbezüglich in den nächsten Tagen im Ort Gespräche führen." Die Spontanhilfe einiger Bürger begrüßt er. Nach Rücksprache mit der ORS-Betreuerin wurden unter anderem Bälle und Wörterbücher für die Flüchtlinge gesammelt: "Die Betreuerin hat uns erzählt, dass alle Männer an der ersten Deutschstunde teilgenommen haben", freut sich eine Helferin, "Beim Eintreffen mit den Spenden wurden wir bereits mit `Grüß Gott`begrüßt!"

Familien schaffen es nicht

Auch häufig gestellte Fragen konnten mittels der ORS-Mitarbeiterin geklärt werden: "Es sind fast immer nur Männer, die mit Schleppern ins Ausland gelangen, weil Frauen und Kinder diese Strapazen vielfach gar nicht überstehen würden. Auch reicht das Geld meist nicht, um eine ganze Familie nach Österreich zu bringen. Die kritisierten Handys, in die viele oft ihr Erspartes investieren, ist die einzige Möglichkeit für einen Kontakt mit der Familie. Bitte noch keine Fotos von den Flüchtlingen machen. Sie haben große Angst davor entdeckt zu werden. Ihre Familien würden das mit ihrem Leben bezahlen!"
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