22.10.2014, 00:00 Uhr

Gruber: „50 Arbeitsplätze wackeln!“

Betriebsratsvorsitzender Rupert Gruber (Mitte) mit den Betriebräten Gerhard Langreiter und Angelika Ansperger.
TAMSWEG (pjw). Skepsis und Kritik an den Umstrukturierungsplänen betreffend das Krankenhaus Tamsweg äußert der Betriebsrat des Hauses. „Die Einbindung in die SALK ist notwendig, aber nicht in der derzeit kommunizierten Form mit einer Akut-Bettenreduktion von 50 Prozent“, unterstreicht Rupert Gruber, der Betriebsratsvorsitzende.

"Auslastung relativ zu sehen"
Relativ zu sehen sei seiner Ansicht nach die Auslastung des Hauses von 66 Prozent. „Das Akutkrankenhaus Oberndorf ist in besten Zeiten zu 80 Prozent ausgelastet – ein Spitzenwert in Salzburg. Vor diesem Hintergrund ist die Auslastung in Tamsweg bei weitem nicht mehr so negativ zu interpretieren.“, sagt Gruber.
"Was ich scharf kritisiere ist, dass der Betriebsrat derzeit nicht eingebunden wird; auch nicht – obwohl das immer wieder betont wird – die gesamte kollegiale Führung, soweit mir das geschildert wurde. Detaillierte Informationen zu den Reformplänen entnehmen wir – meine Betriebsratskollegen und ich – zurzeit den Medienberichten. Die erstmalige Information erhielt der Betriebsrat und die kollegiale Führung erst zwei Stunden vor der Pressekonferenz, am 18. September. Ein verschriftlichte Form der Pläne bzw. des bisher Gesagten ist mir bis auf Presseberichte nicht bekannt. Das wäre allerdings wichtig, weil laut Verfassung müssen wir rechtzeitig eingebunden werden, um auf die Pläne entsprechend einwirken zu können. Leider fehlt uns ein niedergeschriebenes Konzept, auf das wir Bezug nehmen könnten. Die derzeitige Richtlinie, die für uns gilt, ist das Landesgesetzblatt vom 28. Dezember 2007“, bedauert Gruber.

"Zurzeit 334 Dienstnehmer"
Ein Klarstellung will Rupert Gruber hinsichtlich der Beschäftigten im KH Tamsweg machen: „Es ist in den Medien immer die Rede von 300 Bediensteten. Tatsächlich sind es aktuell 334 Personen, die einen gültigen Dienstvertrag besitzen. Davon sind momentan 311 aktiv, der Rest ist in Karenz“, erläutert Gruber und rechnet vor: „Der Verlust von gut 50 Arbeitsplätzen – und mit einem Verlust in diesem Ausmaß rechnen wir Betriebsräte – sowie die Reduktion des Standortes hinsichtlich der Betten, würden für die Region Einbußen von gut drei Millionen Euro an Kaufkraft bedeuten. Dazu zählen die Gehälter, die Geschäftsbeziehungen mit lokalen Zulieferbetrieben, aber auch die sinkenden Besucherzahlen, zum Beispiel aus der Steiermark.“ Der Betriebsratsvorsitzende führt aus: „Aufgrund der Auflösung der Unfallabteilung auf der Stolzalpe kommen viele Patienten aus der dieser Region nach Tamsweg. Das ist zukünftig bestimmt nicht mehr stemmbar mit 76 Akutbetten. Wir wollen nicht, dass die Gesundheitspolitik an den Landesgrenze endet. Zurzeit werden noch die Region Krakau und Obermurau von Tamsweg mitversorgt, aber wie lange noch? Der Wunsch seitens des Betriebsrates wäre nach derzeitigem Stand der Dinge, dass die Palliativ sowie Geriatrie bleiben und, dass mehr als 76 Akutbetten – wir gehen von 100 Betten aus – veranschlagt werden, denn unfallchirurgisch und internistisch ist das nächste Krankenhaus rund 70 Kilometer entfernt. Den Übergangspflegebereich den der Abgeordnete Sampl im Bezirksblatt vom 8./9. Oktober anspricht, würden wir sehr begrüßen, ebenso dass Geburten in der Form wie jetzt weiterhin möglich sind, was wir allerdings bezweifeln. “
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Josef Lankmayer aus Lungau | 05.11.2014 | 08:32   Melden
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