03.10.2017, 11:15 Uhr

Was der Mensch (nicht nur) am Welttierschutztag bedenken sollte

Franz Eßl in seinem Betrieb in Tamsweg. „Ernst gemeinter Tierschutz ist auch beim Kaufverhalten gefragt“, nimmt der ÖVP-Tierschutzsprecher auch die Konsumenten in die Pflicht, wenn es um das Wohl der Tiere geht.

"Der tägliche Umgang mit Tieren, egal ob Nutztier, Wild- oder Haustier, erfordert Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und genaues Wissen über die Verhaltensweisen der Tiere", betont der ÖVP-Tierschutzsprecher

ÖSTERREICH. „Was bei uns sowohl in der Nutztier-, als auch in der Heimtierhaltung an Maßnahmen zur artgerechten Tierhaltung gilt, ist anderen europäischen Ländern nach wie vor fremd“, sagt ÖVP-Tierschutzsprecher Franz Eßl im Hinblick auf den morgigen Welttierschutztag (4. Oktober) und mit Hinweis auf die ständige Weiterentwicklung des Tierschutzes in Österreich. Österreich sei Vorreiter in Sachen modernen Tierschutzstandards.

"Zukunftsorientiertes Tierschutzpaket"

Ein ausgewogenes und zukunftsorientiertes Tierschutzpaket sei erst kürzlich unter Einbindung einer großen Anzahl an Experten im Parlament beschlossen worden. So würden nun alle Eingriffe bei Nutztieren unter Schmerzlinderung durchgeführt. Weiters regle das neue Gesetz unter anderem das Feilbieten von Tieren im Internet. Zusätzliche Anpassungen in diesem Bereich würden diese Woche im Nationalrat diskutiert, so Eßl, der nicht nur auch Landwirtschaftskammer-Präsident in Salzburg ist, sondern in Tamsweg im Unesco-Biosphärenpark Lungau selbst eine Landwirtschaft führt.

"Persönlicher Umgang entscheidend"

"Der tägliche Umgang mit Tieren, egal ob Nutztier, Wild- oder Haustier, erfordert Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und genaues Wissen über die Verhaltensweisen der Tiere", betont Eßl. Wenn es um den Schutz der Tiere gehe, seien gesetzliche Rahmenbedingungen zwar wichtig, entscheidend sei jedoch der persönliche Umgang mit den anvertrauten Tieren. „Standards und Vorschriften müssen auch eingehalten werden“, poche Eßl daher bei gesetzlichen Adaptierungen immer auch auf Regelungen, die in der Praxis auch umsetzbar seien.

"Motivation und Information"

Tierwohlmaßnamen würden dann am besten greifen, wenn diese von Herzen und aus Überzeugung gemacht würden. „Deshalb sollten wir in Zukunft noch mehr auf Motivation und Information setzen“, so Eßl. Gerade Tierschutzdebatten werden häufig auf emotionaler statt auf sachlicher Ebene geführt. „Umso wichtiger ist es, dass jene, die täglich artgerechten Tierschutz leben, mit Sachlichkeit und Kompetenz praxisorientierte Vorschläge mit einbringen“, betont Franz Eßl.

"Der Konsument entscheidet"

„Ernst gemeinter Tierschutz ist aber auch beim Kaufverhalten gefragt“, fordert Eßl ein höheres Konsumbewusstsein ein. „Wer auf heimische Qualität beim Kauf von Lebensmitteln achtet, ist daher auf der sicheren Seite“, sagt Eßl mit Verweis auf die hohen Standards im Tierhaltungsbereich, aber auch bei der Verarbeitung. Die heimischen Bäuerinnen und Bauern lebten schließlich von artgerechter Tierhaltung, die in den Betrieben steigende Investitions- und Betriebskosten verursache. „Wer es mit dem Tierschutz ernst meint, muss daher auf heimische und regionale Produkte setzen“, betont Franz Eßl abschließend.

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