25.01.2012, 00:00 Uhr

Die Zeiten werden schlechter

AMS-Analysten erwarten einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Lungau.

LUNGAU (pjw). „Der Arbeitsmarkttrend 2012 erwartet im Bundesland Salzburg nach der Erholung von 2011 einen geringen Aufbau von Arbeitslosigkeit. Dieser Trend ist auch im Lungau zu erwarten“, prognostiziert AMS-Leiter Andreas Hinterndorfer und betont: „Die große Herausforderung für das AMS Tamsweg wird es auch 2012 sein, die Vormerkdauer auf das Bundeslandniveau zu senken, und mit besonderer Aufmerksamkeit den Einschaltgrad, vor allem im Produktionssektor, hoch zu halten. Wiedereinsteiger/innen und Ältere werden auch 2012 nur mit großer Unterstützung durch das AMS Tamsweg und Betrieben einen passenden Job finden.“

4. Quartal reißt 2011 heraus
Die Arbeitsmarktbeobachtung des AMS zeigt gegen Ende des Jahres 2011, nach der steigenden Arbeitslosigkeit im zweiten und dritten Quartal, schlussendlich doch noch ein erfreuliches Bild. Saisonbedingt hat das 4. Quartal zur Eindämmung von Arbeitslosigkeit im Lungau einen großen Beitrag geleistet. Mit durchschnittlich 535 vorgemerkten Personen wurde fast punktgenau der Vorjahreswert erreicht. Der geringe Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigt sich auch bei der Arbeitslosenquote, die gegenüber 2010 um 0,1 Prozent auf 6,2 Prozent gesenkt werden konnte. „Umso bedauerlicher ist die Tatsache, dass Wiedereinsteiger/innen, Ältere und Personen mit besonderen Problemlagen am heimischen Arbeitsmarkt schwer eine Beschäftigung finden“, sagt Hinterndorfer. Dieser Trend habe sich mit Ausnahme des Winterbeginns das ganze Jahr gleichmäßig durchgezogen.

Lehrstellen-Überangebot
Weiterhin sehr positiv ist der Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit und auf den Lehrstellenmarkt. „Durchschnittlich sind sieben Lehrstellensuchenden 24 offene Lehrstellen zur Verfügung gestanden. Somit hat es auch im Jahr 2011 keine Steigerung bei der Jugendarbeitslosigkeit gegeben. Die große Bereitschaft der Lungauer Wirtschaft, Lehrlinge auszubilden, hat zu dieser positiven Bilanz beigetragen“, erklärt der AMS-Leiter.

Handel und Büro bleiben zäh
Bei den zu besetzenden offenen Stellen offenbart sich ein Verlust von 118 Plätzen (minus 6,6 Prozent). „Der Rückfall kommt aus dem Wirtschaftszweig Fremdenverkehr, und ist auf den Wegfall des Bewilligungsverfahrens für Arbeitskräfte aus den 2004 beigetretenen EU-Staaten zurückzuführen“, erläutert Hinterndorfer und räumt ein: „Weiterhin sehr zäh ist das Stellenangebot im Bereich Handel und Büro. Auch die Akquirierungsmaßnahmen durch das Service für Unternehmen haben 2011 zu keiner Verbesserung beigetragen.“ Dafür zeige der Lungauer Arbeitsmarkt im Produktionssektor ein sehr gutes Bild. Mehr als 45 Prozent aller gemeldeten Stellen kommen aus diesem Wirtschaftsbereich.

Vier Vormerktage weniger
Durch starke Vermittlungsbemühungen und intensive Zusammenarbeit mit den Betrieben ist es 2011 weiters gelungen, die Vormerkdauer zu senken. Mit durchschnittlich 74 Tagen wurden in Relation zum Vorjahr vier Tage gewonnen, wobei im Bundeslandvergleich der Lungau noch immer die höchste Vormerkdauer aufzeigt. Der hohe Standard bei der Qualifizierung von vorgemerkten Arbeitslosen konnte gehalten werden. Im Jahresdurchschnitt haben 74 Personen (2010: 69 Pers.) ein Qualifizierungsangebot des AMS Tamsweg in Anspruch genommen.
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