19.09.2014, 14:03 Uhr

Regen setzte den Landwirten zu

Winzer Thomas Schandl bestätigt, dass weitere Regenfälle für die Weinlese kontraproduktiv wäre.

Die Landwirte hoffen nach den starken Regenfällen der letzten Wochen auf einen „Altweibersommer“.

BEZIRK. Waren es im Sommer 2013 noch die tropischen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit die den Landwirten Sorgen bereiteten, sind es heuer die außergewöhnlich hohen Wassermengen, die den Bauern zu schaffen machen.

Böden nur schwer befahrbar

Obwohl der Bezirk von großräumige Überflutungen weitestgehend verschont blieb, gibt LWK-Präsident Franz Stefan Hautzinger zu bedenken: „Durch die hohen Niederschlagsmengen sind die Böden teils nicht befahrbar. Es steht ja die Ernte der Herbstkulturen an. Das wird sich alles verzögern.

Regen schlecht für Weinlese

Den Winzern setzte der viele Regen schwer zu. Nicht nur dass die Weingärten durch den tiefen Boden schwer befahrbar sind, das Wasser in den Trauben führt jetzt zu Botrytis und Grünfäule.
„Um einen größeren Schaden zu vermeiden, mussten wir mit dem Einbringen der Frühsorten bereits ein Woche früher beginnen. Mit Ertragseinbußen bei diesen Sorten ist mit rund 30 Prozent zu rechnen, doch die Qualität dürfte gut sein“, gibt sich der Kellermeister der Domaine Pöttelsdorf, Rainer Kurz, dennoch zuversichtlich.

Sonne und Wind gewünscht

Für die Hauptrebsorte der Region, den Blaufränkisch, wünscht sich Kurz in den kommenden zwei Wochen Sonne, Wind und Trockenheit. „Da diese Trauben eher lockerbeerig und eine festere Beerenhaut verfügen, sind sie weniger anfällig für Fäulnis. Hier stimmt zur Zeit sowohl Qualität als auch Quantität“, so Kurz.

Schaden noch nicht absehbar

„Das größte Problem hatten wir mit dem Rapps, der aufgrund der nassen Bodenbeschaffenheit nicht wie gewohnt angebaut werden konnte“, weiß der Antauer Landwirt Adalbert. Bei Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen und Soja dürfte die Situation nicht ganz so schlimm sein.
„Der größte Schaden könnte jedoch dadurch entstehen, wenn die Bauern jetzt den durchnässten Boden mit schwerem Erntegerät befahren würden. Dadurch wäre das Ökosystem auf Jahre geschädigt“, so Endl, der von einem großen Druck auf die Landwirte spricht. Wie hoch die Ertragseinbußen tatsächlich ausfallen, hängt auch von der Witterung in den nächsten Tagen ab und kann erst in den nächsten Wochen beziffert werden.
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