Meidlinger Markt: Standler fürchten neue Marktordnung

Mit seiner Konditorei Hüftgold ist Mark Ruiz Hellin, der Sprecher der Marktgemeinschaft, selbst betroffen.
  • Mit seiner Konditorei Hüftgold ist Mark Ruiz Hellin, der Sprecher der Marktgemeinschaft, selbst betroffen.
  • hochgeladen von Tobias Gassner-Speckmoser

MEIDLING. Die neue Marktordnung, die ab 1. Oktober gelten wird, betrifft auch den Meidlinger Markt. Dort will nun vor allem die Marktgemeinschaft Meidling dafür sorgen, dass die geplanten Vorhaben noch einmal überdacht werden. "So würde sich nämlich einiges ändern", sagt Mark Ruiz Hellin, Sprecher der Gemeinschaft, "auch hier wären Standler betroffen."

Vieles wird anders

Mit der 129-seitigen neuen Marktordnung soll, so schreibt die Stadt Wien, vieles vereinfacht und entbürokratisiert werden. Auch sollen die Märkte als Nahversorger und Orte der Begegnung gestärkt werden, heißt es auf der Homepage dazu. Unter anderem ist eine Sechs-Tage-Woche mit fixen Kernöffnungszeiten von Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr geplant. Ebenso sollen die Verträge bei Neuvergaben künftig auf 15 Jahre befristet werden und fixe Quoten für die Gas-tronomie und den Lebensmittelhandel kommen.
Die Marktgemeinschaft hat nun eine Liste mit möglichen Verbesserungsvorschlägen veröffentlicht, denn wie Ruiz Hellin sind viele Meidlinger alles andere als glücklich mit der geplanten Änderung. "Natürlich ist nicht alles schlecht. Manche Punkte haben jedoch schwerwiegende Folgen", sagt er. Vor allem die verpflichtenden Kernöffnungszeiten seien vielen ein Dorn im Auge. "Ein Fleischer macht sein Geschäft in der Früh. Da wäre es unsinnig, am Nachmittag dableiben zu müssen."
Auch die Sechs-Tage-Woche sei vor allem für viele kleine Betriebe nicht realisierbar. "Das geht sich alleine schon mit den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten schwer aus", so Ruiz Hellin.

Existenzen in Gefahr

Zurzeit gibt es auf dem Meidlinger Markt 17 permanente Stände – von Fischverkäufern über kleine Cafés bis hin zum Friseur. "Wenn das jedoch so kommt, wie es jetzt geplant ist, werden womöglich Existenzen zerstört", befürchtet Ruiz Hellin. Er spricht damit hauptsächlich die geplante Regelung an, dass die Vermietungen künftig auf 15 Jahre beschränkt werden sollen. Dadurch würde sich der Wert so enorm senken, dass bei manchen die Rente nicht mehr gesichert wäre und neue Investitionen für viele keinen Sinn mehr machen würden.

Mehr Einbindung

Der Gemeinschaftssprecher, der auch die Konditorei Hüftgold auf dem Meidlinger Markt betreibt, wünscht sich mehr Einbindung in die neue Marktordnung. Er hat nämlich das Gefühl, dass die neue Marktordnung mehr für die Verwaltung als für die Standler bringt.
Von offizieller Seite heißt es dazu, dass die Begutachtungsfrist bis 1. September auch genau dafür da sei, um solche Vorschläge noch einmal zu diskutieren.

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