Schönbrunner Straße
Steine der Erinnerung in Meidling

Zeitzeuge Dan Shefy mit Bezirkschef Wilfried Zankl.
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  • Zeitzeuge Dan Shefy mit Bezirkschef Wilfried Zankl.
  • Foto: Jörg Neumayer
  • hochgeladen von Karl Pufler

Ein Meidling wurden die ersten "Stolpersteine" des Bezirks verlegt. Sie sind besondere Gedenk-Steine.

MEIDLING. Gedenken wird in Meidling groß geschrieben. Mit "Stolpersteinen" wird nun an Wiener Juden erinnert, die in der Nazzeit deportiert und ermordet wurden: Gravierte Tafeln am Gehsteig vor dem ehemaligen Wohnhaus der Getöteten erinnern daran.

Die ersten Meidlinger Denkmale dieser Art wurden kürzlich in der Schönbrunner Straße 163 gelegt. Dafür waren zahlreiche Nachkommen aus Israel angereist, allen voran der Neffe der vier im Holocaust Ermordeten.

Neffe kam zur "Eröffnung"

Die "Steine der Erinnerung" gedenken Ida Hager, Adelina, Fanni und Franziska Spitzer. Sie waren die Betreiberinnen und Besitzerinnen des Hunds-turmer Kinos auf der Schönbrunner Straße in Margareten, und wohnten in dem Haus vor dem nun die "Stolpersteine" versenkt liegen. Sie wurden im Zuge der Arisierung von den Nationalsozialisten enteignet, vertrieben und in Konzentrationslagern ermordet.

Der Neffe Dan Shefy (geborener Erwin Stricker) konnte rechtzeitig fliehen und ist mit 94 Jahren wieder an die Orte seiner Kindheit zurückgekehrt. „Ohne diese Steine gibt es keine Erinnerung“, so Shefy.

Symbolischer Beitrag

„Die Steine der Erinnerung“ sind ein symbolischer Beitrag des namensgleichen Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den über 55.000 in der Nazizeit deportierten Wiener Jüdinnen und Juden, vor ihren ehemaligen Wohnstätten, mit einer Gedenktafel ein Andenken zu setzen.

„Mit dieser Aktion, die aus Mitteln des Vereins, der Stadt Wien, aber auch von privaten Spendern finanziert wird, wollen wir diese Menschen symbolisch zurückholen, ihnen einen Platz in unserer Mitte zurückgeben, denn für das jüdische Volk ist es von enormer Bedeutung eine letzte Ruhestätte zu haben“ erklärt Matthias Beier.

Letzte Ruhestätte

Für viele scheinen es bloß Namenstafeln zu sein, doch für die Angehörigen bedeuten diese weit mehr, denn viele Deportierte blieben verschollen und niemand kann heute noch nachvollziehen was genau mit ihnen passiert ist.

„Die Steine der Erinnerung verstehen sich aber auch als Grabstätte, zu der die Hinterbliebenen pilgern können um ihren verlorenen Angehörigen die gebührende Ehre zu erweisen“, bemerkt Beier ein wenig im Gedanken versunken. Ein bemerkenswerte Aktion, von Menschen ins Leben gerufen, denen es wichtig ist die Erinnerung an geliebte Familienmitglieder im Herzen aufrecht zu erhalten.

Autor:

Wolfgang Unger aus Leopoldstadt

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