Khleslplatz
Meidlinger Bezirksvertretung fordert Prüfung auf Denkmalschutz
- Der Khleslplatz zählt zu den ältesten erhaltenen Ortskernen Wiens.
- Foto: Angelika Dichler
- hochgeladen von Michael Marbacher
Der Denkmalschutz am Khleslplatz soll ausgeweitet werden. Die Bezirksvertretung fordert weitere Prüfungen.
WIEN/MEIDLING. Das historische Ensemble rund um den Khleslplatz in Altmannsdorf soll genauer unter die Lupe genommen werden. Die Bezirksvertretung Meidling hat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die zuständigen Stellen der Stadt Wien sowie das Bundesdenkmalamt um eine Prüfung zu ersuchen, ob weitere Gebäude am Khleslplatz aufgrund ihrer historischen und denkmalpflegerischen Substanz unter Denkmalschutz gestellt werden sollten.
Im Mittelpunkt steht dabei der Erhalt des einzigartigen Ortsbildes rund um den Khleslplatz. Der Platz gilt als letzter Dreiecksanger Wiens und wurde bereits 1973 als Schutzzone ausgewiesen. Damit war er eine der ersten Schutzzonen der Stadt.
Teilweise geschützt
Mehrere bedeutende Gebäude und Objekte am Khleslplatz stehen bereits unter Denkmalschutz. Dazu zählen die Kirche zum heiligen Oswald, das ehemalige Schloss Altmannsdorf, der Pfarrhof sowie der Figurenbildstock des heiligen Augustinus. Für andere Gebäude besteht bislang kein entsprechender Schutz.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Khleslplatz 2: Der inzwischen verstorbene Baumeister Josef Schmid hat jahrelang historische Bauteile gesammelt und in das Gebäude integriert. Nach Angaben des Bezirks befinden sich dort unter anderem Stuckaturen, Spolien, Reliefs sowie weitere historische Bauelemente.
Abriss des Taubenschlags
Anlass für den Antrag war unter anderem der Verlust eines historischen Elements des Platzes: Ende 2025 wurde der Taubenschlag auf dem Grundstück am Khleslplatz 3 abgerissen. Der Abbruch des rund 350 Jahre alten Bauwerks löste im Bezirk eine Welle der Empörung über den Umgang mit der historischen Bausubstanz rund um den Khleslplatz aus.
- Der Taubenschlag wurde Ende 2025 ohne Abbruchbewilligung abgerissen.
- Foto: Erich Honsal
- hochgeladen von Marlene Graupner
Der Antrag wurde von SPÖ, Grünen, ÖVP und Neos eingebracht. Bezirksrätin Bettina Stomper-Rosam von den Grünen betont die Bedeutung der Prüfung: "Wir unterstützen mit Nachdruck den Vorschlag der Bürgerinitiative, dass der Denkmalschutz von weiteren historischen Gebäuden vor Ort geprüft wird. Natürlich ist Denkmalschutz keine hundertprozentige Sicherheit, das ist ja gerade am Khleslplatz nachgewiesen. Aber er ist ein Mittel, das der Bezirk ergreifen kann, und deswegen finden wir, dass wir es auch ergreifen sollten."
Auch ÖVP-Klubobmann Niklas Zierl begrüßt den parteiübergreifenden Antrag: "Es freut uns sehr, dass wir einen Allparteienantrag haben, der zum Ziel hat, Schutzmöglichkeiten für den Khleslplatz zu prüfen.“
Für Zierl ist der Beschluss allerdings nur ein erster Schritt: "Uns ist aber auch klar, dass ein Antrag alleine den Khleslplatz nicht schützen wird." Ihm sei wichtig, sich auch auf allen weiteren Ebenen entsprechend für den Erhalt des historischen Ortskerns einzusetzen.
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