Einbruchstour im Bezirk Melk
Einbrecher nach spektakulärer Flucht vor Gericht

<f>Die beiden Ungarn</f> am Landesgericht St. Pölten.
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  • <f>Die beiden Ungarn</f> am Landesgericht St. Pölten.
  • Foto: Ilse Probst
  • hochgeladen von Daniel Butter

BEZIRK. Mehrere Monate lang kam eine Ungarnbande immer wieder nach Österreich und drang im gesamten Bundesgebiet vorwiegend in Gartenhütten und Firmengelände ein. Zwei von ihnen wurden nach einer spektakulären Verfolgungsjagd auf der A1 bei Amstetten gefasst.

Über 100.000 Euro Beute

Am Landesgericht St. Pölten bekannten sich die Männer, 19 und 22 Jahre alt, zu allen 44 Fakten, die ihnen Staatsanwalt Patrick Hinterleitner zur Last legte, schuldig. Gemeinsam mit anderen Mittätern hatte es die Bande vorwiegend auf Fahrräder, Werkzeug und Reifen abgesehen. Die Beute im Gesamtwert von mehr als 100.000 Euro habe man in Ungarn aufgeteilt. Der 22-Jährige gab an, sein Diebsgut auf Flohmärkten verkauft zu haben. Mit den Einnahmen habe er seinen Lebensunterhalt und seinen Drogenkonsum finanziert. Auch der 19-Jährige finanzierte sein Suchtgift mit den Einbrüchen, darüber hinaus lebe er im „Hotel Mama“, die für seine Bedürfnisse aufkomme.

„Ich möchte die Jungs nicht mehr in meinem Garten sehen“, meinte eine Frau aus St. Leonhard am Forst. Sie war sich sicher, dass die Ungarn den Tatort zuvor ausspioniert hatten, zumal die beiden gestohlenen Fahrräder im Wert von 3.420 Euro, gut versteckt verwahrt waren. Ein weiteres Opfer aus dem Ort beklagte im Februar 2018 ebenfalls den Verlust eines Mountainbikes im Wert von 5.000 Euro.

Verfolgungsjagd in Linz

Am 15. Mai wurden die beiden Angeklagten in Oberösterreich beobachtet. Über das Nummernschild des PKWs informiert, gingen die Beamten bei Linz in Position, zumal sie die Bande bereits im Visier hatten und deren Fluchtroute, fast immer über die Autobahn, bekannt war. Als der Wagen angehalten werden sollte, stieg der 22-Jährige aufs Gas und raste mit mehr als 200 km/h davon. In der Folge organisierte die Polizei einen künstlichen Rückstau. Mit 110 km/h preschte der Ungar durch die Rettungsgasse und entkam über den Pannenstreifen auch den beiden Einsatzfahrzeugen, die quer zur Fahrbahn positioniert waren, wobei er einen davon touchierte und bei starkem Regen seine Flucht abermals mit mehr als 200 km/h fortsetzte, bis sein PKW nach mehreren Überschlägen in einem Gebüsch landete. Beim Eintreffen der Exekutive versuchte einer der beiden Insassen noch durch die Frontscheibe hinaus zu flüchten.

Die beiden Verteidiger der Ungarn, Eva Domjan und Michael Steininger erbaten unter anderem aufgrund der Geständnisse, der Unbescholtenheit und der Namensnennung von Mittätern milde Strafen. Mit zwei Jahren Haft für den Älteren und 20 Monaten für den Jüngeren (beide nicht rechtskräftig) habe man, laut Richter Markus Grünberger, trotz Milderungsgründen aber auch ein generalpräventives Zeichen gesetzt.

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