14.09.2018, 08:16 Uhr

Pensionistenpaar finden Granate im Kronberger Wald

Hermann und Frida Frank

Anstatt auf Schwammerl stießen Frieda und Hermann Frank auf ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg.

KRONBERG. "Seit 70 Jahren geh ich jetzt schon in den Wald, doch so was ist mir noch nie passiert." Frieda Frank hat den Vorfall von Anfang August bis heute noch nicht verdaut.
Die rüstige Dame war, wie schon oft zuvor, mit ihrem Mann Hermann im Kronberger Wald spazieren. Auf einmal stößt sie mit dem Fuß gegen etwas Hartes. "Ich hab aufgeschrien. Mein Mann dachte, ich hätte Schwammerl gefunden", erzählt Frieda Frank. Doch anstelle von Pilzen ragte ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg vor der Frau aus dem Waldboden, nur bedeckt von ein paar Blättern. 
Geistesgegenwärtig fuhr das Ehepaar sofort zur nächsten Polizeistelle nach Wolkersdorf, um Meldung über den Fund zu machen. "Dort wurden wir gefragt, ob wir denn die Bombe gleich mitgebracht hätten", ärgert sich Frau Frank. Die beiden hatten die Fundstelle markiert und führten die Polizisten dorthin. Bei der Bergung wollten sie nicht mehr dabei sein.

Werfergranate

"Leider sind solche Funde in unserer Region gar nicht so selten", weiß Bezirkspolizeikommandant Ladengruber. Bei jener im Kronberger Wald handelte es sich um eine Werfergranate aus dem Zweiten Weltkrieg. "Familie Frank hat hier alles richtig gemacht: die Stelle markiert und umgehend die Polizei verständigt", bestätigt Florian Ladengruber. Die Polizei holte dann den Entminungsdienst, der sich um die fachgerechte Entsorgung kümmerte. Keinesfalls sollte man selbst versuchen, eine Granate oder Bombe zu bergen.

Information

Erst einige Tage später erkundigte sich Frieda Frank bei der Polizei, was denn nun weiter geschehen sei. "Ich wollte wissen, ob die Granate noch scharf war und ob wir nun wieder sicher in den Wald können. Doch man sagte uns nur, dass alles erledigt sei und es uns nichts weiter angehe."
"Wir können nicht bei jeder Meldung, die bei uns einlangt, die MelderInnen über die gesetzten weiteren Schritte informieren. Sollte es hier zu einem Missverständnis gekommen sein, tut uns das natürlich leid", bittet Bezirkspolizeikommandant Florian Ladengruber um Verständnis.
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