16.01.2018, 09:44 Uhr

Dicke Luft in Wolkersdorf

WOLKERSDORF. Luft und Schule sind zwei Wörter, die in Wolkersdorf, kaum sind sie ausgesprochen, zu hitzigen Debatten führen. Im Gymnasium kämpft man seit Schulbeginn mit den Ausdünstungen des Zubaus. Nun will man beim geplanten Volksschulumbau alles richtig machen. Bei einem Informationsabend holte sich Bürgermeisterin Anna Steindl Unterstützung von Experten, um das geplante – allerdings umstrittene – Lüftungskonzept vorzustellen. 

Drei Lüftungskonzepte

Passivhausexperte Peter Holzer umriss die drei gängigen Lüftungskonzepte und erörterte ihre Vor- und Nachteile. Die übliche "Fenster auf, Luft rein, Fenster zu"-Methode wird als nicht mehr zeitgemäß verworfen.
Mechanische automatische Lüftungen sind die technisch und energetisch ausgefeilte Lösung. Sie verfügen über Wärmerückgewinnung und können im Sommer auch zur sanften Kühlung eingesetzt werden. Ihr Nachteil: sie sind technisch sehr aufwendig und daher kosten- und wartungsintensiv.
Die von den Planern der Volksschule vorgeschlagene Variante ist ein Kompromiss aus den ersten beiden Methoden. Die automatische Fensterlüftung wird über einen CO2-Sensor kontrolliert. Der Nachteil daran ist, dass es keine Wärmerückgewinnung gibt, dafür ist die Low-Tec-Variante kostengünstiger in der Errichtung und Erhaltung.

Kritik

Der grüne Umweltstadtrat Christian Schrefel wünscht sich eine externe Bewertung der Varianten, um zu wissen, was die Stadt für die insgesamt 16 Millionen Euro Investitionskosten für den Schulbau bekommt: "In der Ausschreibung war eine mechanisch-automatische Lüftung vorgesehen." Parteikollege Erwin Mayer gibt zu bedenken, dass in näherer Zukunft "Kühlung" ein wesentlicher Faktor sein wird, den es in der Planung heute zu bedenken gilt.
Unverständnis für die Wahl der Lüftung herrscht bei Hannes Schwarzenberger von der Bürgerliste MIT:uns: "Jetzt packen wir das Gebäude thermisch gut ein und dann machen wir immer das Fenster auf? Das passt mit meiner Vorstellung von Klimaschutz nicht zusammen."

Bauplan

Im Juni soll die Baustelle eingerichtet werden, damit keine Zeit der wertvollen Ferien in denen man ungestört arbeiten kann, verstreicht. Die erste Bauphase umfasst den Abbruch des Zwischentrakts, jener Räume, die nun vom Wolkersdorfer Eishockeyverein Grasshoppers genutzt werden, die Nachmittagsbetreuungsgruppe und die Schlosshalle. Der auf diesem Gelände errichtete Neubau soll im November 2019 bezogen werden, bevor dann in der zweiten Bauphase der alte Volksschulteil saniert wird. Mit November 2020 wird mit der Fertigstellung des Projekts gerechnet.
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