Nationalratswahl 2024
Wollen die Neubauer die Grünen nicht mehr im Bezirk?
- Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) glaubt nicht, dass die aktuellen Wahlergebnisse einen Einfluss auf die Wienwahl im kommenden Jahr haben werden.
- Foto: Salme Taha Ali Mohamed/MeinBezirk
- hochgeladen von Salme Taha Ali Mohamed
Bei der Nationalratswahl 2024 überholte die SPÖ die Grünen am Neubau. Wie bewertet das der Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne)?
WIEN/NEUBAU. Für viele Teile Österreichs mag die Nationalratswahl der vergangenen Woche einen neuen blauen Anstrich bedeuten. Wien konnte sich jedoch erneut als rote Hochburg etablieren. Das gilt auch für den 7. Bezirk.
Denn 31 Prozent der Neubauer haben dieses Mal die SPÖ gewählt. Diese konnte sich dadurch den ersten Platz im Bezirk sichern und überholten damit die Grünen, die seit 2017 den Bezirksvorsteher Markus Reiter stellen. Die ehemals stärkste Partei im 7. Bezirk konnte sich bei der Nationalratswahl damit nur den zweiten Platz mit 22,30 Prozent sichern. Das bedeutet einen Verlust von 15,2 Prozentpunkten seit dem letzten Urnengang im Jahre 2019.
Kein Einfluss auf Wien-Wahl?
Den Bezirksvorsteher scheinen diese Ergebnisse jedoch nicht zu erschüttern. Er erklärt: "Aus der Wahlforschung wissen wir, dass gerade die Neubauerinnen und Neubauer bei den verschiedenen Wahlen, also auf EU-, National-, Wien- und Bezirksebene, ihre Parteipräferenzen differenzieren. Was sie aber gemeinsam haben, ist ein starkes Wahlergebnis für fortschrittliche, progressive und pro europäische Parteien".
Ein Blick auf die Ergebnisse für die diesjährige EU-Wahl im Mai gibt dieser Einschätzung teilweise recht. Denn bei dieser erhielten die Grünen die meisten Stimmen – wobei sie 6,28 Prozentpunkte verloren haben. Die SPÖ landete auf Platz zwei, gefolgt von Neos und ÖVP. "Bemerkenswert ist, dass am Neubau rechte und konservative Parteien weniger Stimmen als 2019 erhalten haben", fährt der Bezirksvorsteher fort. Für die ÖVP bedeute das heuer beispielsweise ein Minus von 4,31 Prozentpunkten. Die FPÖ gewann jedoch seit der letzten Nationalratswahl 3,69 Prozentpunkte hinzu, was sie zur fünftstärksten Partei im Bezirk macht.
"Weiter große Zustimmung"
Insgesamt waren 19.281 Neubauer wahlberechtigt. Von diesen machten 15.377, also beinahe 80 Prozent, von ihrem Recht Gebrauch. Dass die Ergebnisse ihre Unzufriedenheit mit den Grünen am Neubau widerspiegeln, glaubt Reiter jedoch nicht. "Die konkrete Arbeit auf Bezirksebene erfährt weiterhin eine große Zustimmung von über 80 Prozent, wie zuletzt beim größten Umgestaltungsprojekt, der Bernardgasse", erklärt er. "Ich mache meine Arbeit im direkten Dialog mit der Bevölkerung, aber auch mit den anderen Parteien und auf diesen gemeinsamen Austausch setze ich auch weiterhin."
- Seit 2017 stellen die Grünen den Bezirksvorsteher des 7. Bezirks. Dieser hat sein Büro im Amtshaus in der Herrengasse 24.
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- hochgeladen von Sophie Ruzicka
Gemeinsam mit der Bundespartei wolle Reiter nämlich weiterhin für eine "mutige Klima- und Sozialpolitik kämpfen. Die grünen Ministerinnen und Minister haben in den vergangenen Jahren in einer schwierigen Zeit voller Krisen tagtäglich schwierige Entscheidungen zu treffen gehabt, waren unermüdlich im Einsatz und haben mutige Entscheidungen wie das Renaturierungsgesetz getroffen", so Reiter abschließend.
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