Interview mit Burgerbucht
Baptist Niessl: "Ich bin auf jeden Fall vorn dabei!"

Baptist Niessl über Vergangenheit und Zukunft der Burgerbucht
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Die Burgerbucht in Neusiedl ist seit Jahren wortwörtlich "in aller Munde" – diese Beliebtheit hat den Betreibern auch über die letzten Monate geholfen, so Eigentümer Baptist Niessl im Interview mit den Bezirksblättern.

BEZIRKSBLÄTTER: Wie habt ihr das letzte Jahr erlebt?
BAPTIST NIESSL: Durchwachsen. Bei uns ist es nicht so ins Gewicht gefallen, da der Sommer nicht so schlimm war, wir konnten zumindest Tische draußen mit Abstand aufstellen. Wintertechnisch sind bei uns sowieso immer schon 70-80% Abholer. Wir sind ein kleines Team, somit ist es einfacher flexibel zu agieren, wie etwa ein größeres Restaurant. Im Großen und Ganzen sind wir recht positiv durch das Jahr gekommen.

Wie lange musstet ihr komplett schließen?
Wir haben im ersten Lockdown zwei Wochen komplett zugehabt – da war ja abholen nicht erlaubt. Als dann der Lieferservice erlaubt war, haben wir das zwei Wochen gemacht.

Wie habt ihr die gezwungene „freie“ Zeit überbrückt?
Der Plan war, dass wir da alles herrichten, aber wir haben nicht viel machen können. Es verzögert sich alles, Genehmigungen dauern, da die BH klarerweise viel zu tun hat mit Corona usw. In den zwei Wochen haben wir eigentlich nur überlegt, wie wir wieder aufsperren können, das war dann eben mit dem Lieferservice.

Derzeit ist ja nur Abholservice möglich – fehlen die Kunden vor Ort massiv?
Es ist schon fad auf jeden Fall ein bisschen, mir hat das immer schon gefallen, wir haben offene Küche, ein offenes Geschäft. Mit Leuten zu quatschen, beim Arbeiten Zeit mit ihnen zu verbringen, ist halt jetzt nicht möglich, also ein bisschen doch, aber mir fehlt es schon. Ich hoffe, im Sommer wieder draußen Tische aufstellen zu dürfen. Aber auch wenn die Regierung nun beschließt, dass die Gastro öffnen darf, mit zwei Meter Sicherheitsabstand wird es bei mir schwierig – deshalb ist auch nicht geplant, dass wir dann wieder aufsperren.

Euer Abholservice wurde von der Falstaff-Community zum beliebtesten im Burgenland gewählt – was bedeutet diese Auszeichnung für dich und die Burgerbucht? Worauf gründet diese Beliebtheit, deiner Meinung nach?
Genau, darüber haben wir uns sehr gefreut. Das ist super und zeigt, dass wir etwas richtig machen und am richtigen Weg sind, auch mit den regionalen Sachen. Es gibt Kraft, weiterzumachen. Wir haben ein ehrliches Produkt, wir sagen nicht, wir sind regional, und kaufen dann irgendwas anderes. Wir kaufen alles, was möglich ist, in der Umgebung bei kleinen Produzenten und man sieht, dass es möglich ist, die Leute nehmen es gut an.

Welche Unternehmen sind das zum Beispiel – ihr habt ja nun auch Wein, wie man in der Auslage sieht?
Eine Bäckerei in Tadten, das Gemüse kommt von einem Freund von mir aus St. Andrä, dem Biohof Pölzer, die Kartoffeln bekommen wir schon die letzten drei Jahre von einem Bioproduzenten aus Niederösterreich, der nur für uns Hektar-weise Kartoffeln anbaut. Wir sind auch im Gespräch mit weiteren kleinen Produzenten, aber das ist alles noch nicht fix. Seit Ende November bzw. Dezember haben wir – auf Anfrage von einem Freund – mit einem Pop-Up-Store für Naturweine – das Burgenland ist ja einer der größten Bio-dynamischen Produzenten hier – begonnen. Das wird sehr gut angenommen, funktioniert super. Zudem wir das Lokal sowieso nicht nutzen konnten, wird der Platz nun anderweitig genutzt.

Wie steht es um euren Foodtruck, habt ihr ihn in den letzten Monaten einsetzen können, wenn ja, in welcher Form?
Einen Foodtruck an sich haben wir ja eigentlich nicht gehabt. Wir haben ein eigenes Zelt und eigenes Equipment mitgehabt und sind herumgefahren. Das waren um die 10-15 Events zusätzlich pro Jahr. Letztes Jahr waren es zwei, der Rest ist weggebrochen. Das war schon ein Schlag, es fehlt einfach, einige Tausend Burger sind am Ende des Jahres einfach nicht da. Es gibt schon einige Gespräche mit Events. Wenn es möglich ist, dann aber auf jeden Fall keine riesigen Events, sondern kleine Events mit Weingütern, wie wir es letztes Jahr schon einmal hatten.

Wie sieht die Zukunft der Burgerbucht aus, wird es Erweiterungen o. Ä. geben?
Wir sind in Gesprächen mit mehreren Standorten, aber dieses Jahr entscheidet es sich, ob wir hier bleiben oder woanders hingehen – wir bleiben auf jeden Fall in Neusiedl, aber vielleicht an einem anderen Standort. Wir führen mehrere Gespräche, Daumen drücken, dass es funktioniert.

Du stehst täglich selbst am Grill – siehst du dich in den nächsten Jahren auch dort oder eher als „Chef im Hintergrund“?
Ich bin nicht der Mensch, der im Hintergrund ist. Ich muss auf jeden Fall vorn stehen. Mir hat das immer schon gefallen, mit den Leuten. Ich seh mich nicht mit 100 Leuten irgendwo im Hintergrund – ich will auf jeden Fall vorn sein. Und auch wenn wir was Neues machen: Ich bin auf jeden Fall vorn dabei!

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