56 km Ultra-Wanderung rund um den Geschriebenstein
Krebs-Überlebender Werner Achs bezwingt die Roas 2026

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Rechnitz./ Am 5. September fand heuer die bereits 18. Auflage der 56 km Ultra-Wanderung „Geschriebenstein Roas“ statt. Über 440 Teilnehmer stellten sich auch heuer wieder dieser extremen Herausforderung. 

Auch Krebs-Kämpfer Werner Achs (bekannt durch seinen Facebook-Blog „Werner Achs - Leben mit seltenem Krebs“) aus dem bekannten Weinort Gols (nunmehr Wahl-Pilgersdorfer) sollte an diesem bestens organisierten, grenzüberschreitenden Wander-Event teilnehmen. 

Wo ein Wille, da auch ein Weg“ bzw. „Jeder Kilometer beginnt mit dem ersten Schritt“, unter diesen beiden Mottos startete er mit seinen Freunden bereits um 5.30 Uhr in aller Herrgottsfrühe. Und zwar war Rechnitz der Start- sowie auch der Zielort, den es zu erreichen galt.

Werner, der bereits seit 2015 an der multizentrischen Castleman-Krankheit (Rückfall 2018 inkl. Blutkrebs) leidet, ist seit jeher ein passionierter Wanderer bzw. laut seinem Onkel Erich ein „Marschierer“. Also auch schon vor seinen Erkrankungen war er sehr gerne und sehr viel in der Natur unterwegs. Ebenso ist die Geschriebenstein Roas kein unbekanntes Terrain für ihn, bereits 2015 nahm er das erste Mal teil. Dabei musste sich Werner aber nach tollen 36 km und einem riesig angeschwollenen Knöchel noch geschlagen geben.

Mental mit einer sehr starken Willenskraft, die ihm auch sehr bei seinen Erkrankungen hilft,  ausgestattet, probierte er es im Folgejahr abermals. Und tatsächlich gelang es ihm u.a. auch durch die Unterstützung seiner Freunde 2016 die 56 km Roas erstmals zu bezwingen. Und das ist natürlich bei über 2.200 Höhenmetern, die sich über die gesamte Strecke verteilen, durchaus bemerkenswert.

Sein Wille, seine antrainierte Ausdauer, sein Ehrgeiz und damit es nicht als Eintagsfliege abgetan wird, trieben ihn 2017 ein zweites und weiteres Mal, nach 56 km ins Ziel

Dann folgte aber eine 9-jährige Durststrecke (!), in der Werner es zwar immer wieder probierte aber durch Hitze, zu wenig Training oder Verletzungen, immer wieder zurückgeworfen wurde und es nicht mehr ins Ziel schaffte.

Und heuer wollte es Werner noch einmal wissen. Durch die Sommerhitzeperiode, die sehr oft um die 35 Grad am Thermometer anzeigte, war an Training leider sehr wenig zu denken. Einmal 9,3 km im heimischen Pilgersdorf und ein weiteres Mal 23,3 km bei der Marc Aurel-Wanderung in Bruckneudorf kurz vor der Roas, waren die Gesamtausbeute bzw. sein Trainingspensum. Also relativ wenig um es milde auszudrücken. Dazu handelte er sich noch 2 Blasen in den Füßen 1 Woche vor dem Start beim Marc-Aurel ein.

Alles in allem eigentlich keine guten Vorzeichen für einen Start bei so einer Extrem-Tour. Unter normalen Umständen wäre ein Tourverzicht vielleicht ratsamer gewesen. 

Mit dem Ziel, es auf seiner vorläufig letzten Roas, es noch einmal sich und der Welt zu beweisen, startete Werner selbstbewusst und zielstrebig, mit seinen Freunden im Morgengrauen. Bereits bei der ersten Labstation musste ein Kamerad von ihm aufgrund von monatelang anhaltenden Fußschmerzen, diesen Tribut zollen und aufgeben. Alles Andere als motivierend für den Rest der Truppe. Zumindest der Wettergott hatte es halbwegs gut gemeint und es wechselte von anfangs sehr trüben Wolken, kurzzeitigen Regentropfen bis hin zu strahlenden Sonnenschein ab. Und gut war auch, dass die Sonne nicht allzu heftig vom Himmel brannte. 

So wurde Etappe um Etappe gemeinsam bewältigt. Ab 20 km stellte sich bereits erstes Brennen der Sohlen, bedingt durch das unterschiedliche, sehr gesteinshaltige Terrain, ein. 
Aber dann kam zum Glück die Mittagsstation nach 28 km beim Sportplatz in Lockenhaus. Dem Ort der letzt- und vorletzt-jährigen Aufgaben von Werner. Da kam die Pause wie gerufen. Penne a la Bolognese und viel zu Trinken, was bei so einer Extrem-Wanderung auch enorm wichtig ist, ebenso.

Nach einer ca. 1 stündigen Pause ging es gestärkt über den Burgsee nach Rattersdorf weiter. Dann wurde die ungarische Grenze überschritten und die Stadt Köszeg erwandert. Wirklich ein sehr schöner Ort, der auf jeden Fall einen Besuch wert ist, der da in die Tour mit eingebunden wurde. Auch da wurde ein bisschen gerastet, ehe es wieder weiterging. Bozok, Cak und Velem waren weitere sehr schöne Stationen ehe es über die Grenze wieder zurück nach Rechnitz gehen sollte.

Auch wenn die Füße schon sehr schwer und die Motivation am Ende waren, so schaffte es Werner mit seinem Freund Walter, der gen Ziel nach über 50 km immer schneller wurde, überglücklich ins Ziel. 

Für Werner die vorläufig letzte Geschriebenstein Roas, die er hiermit nach über 9 Jahren zum dritten Mal schaffte. Auf einem weiteren Höhepunkt seiner Wander-Karriere, beendet er ebensolche aus gesundheitlichen Gründen. Knie und andere Gelenke bzw. Verletzungen werden es ihm voraussichtlich sicher danken. 

Wenn es am Schönsten ist, soll man bekanntlich ja aufhören“. Nach diesem Motto und auch aus Motivationsgründen will Werner (in Facebook auch als „The Pilgrim Wanderer“ aktiv) nun etwas kürzer treten und an keinen Wanderungen, die 30 km überschreiten, teilnehmen. 

Aber… auch James Bond sagte schon: „Sag niemals nie“ und vielleicht begegnet ihr ihm ja doch noch irgendwo auf einer seiner (extremen) Touren.

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