Was das Aus der Aktion 20.000 für den Bezirk Neusiedl bedeutet

Petra Beidl, die Leiterin des AMS Neusiedl am See, will die Förderzusagen einhalten – auch wenn die Aktion 20.000 mit 1.1.2018 gekippt wurde.
  • Petra Beidl, die Leiterin des AMS Neusiedl am See, will die Förderzusagen einhalten – auch wenn die Aktion 20.000 mit 1.1.2018 gekippt wurde.
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  • hochgeladen von Franz Tscheinig

NEUSIEDL AM SEE (ft). Um arbeitslosen Menschen über 50 Jahre wieder Arbeitsplätze zu verschaffen, hatte die Ex-Regierung 2017 die Aktion 20.000 ins Leben gerufen. Mit dem Neujahrstag wurde dieses Förderprogramm von der neuen Regierung allerdings wieder gekippt. Das Argument der Kurz-Strache-Regierung: Aufgrund "sehr guter" Konjunktur und "voller Auftragsbücher" würden die Unternehmen Arbeitnehmer auch ohne Förderungen einstellen. Die Aktion 20.000 sei demnach nicht zielführend.
Die Bezirksblätter fragten Petra Beidl, die Leiterin des AMS Neusiedl am See, was das Aus der Aktion 20.000 für die älteren Arbeitslosen im Bezirk Neusiedl bedeutet.

Frau Beidl, was sagen Sie zur Einstellung der Aktion 20.000?
Die Politik ist frei, zu gestalten und neue Schwerpunkte zu setzen. Dem AMS ist es wichtig, ein zuverlässiger Partner zu sein.

Was hätte diese Aktion den älteren Langzeitarbeitslosen im Bezirk gebracht?

Mit der Aktion hätten zusätzliche Arbeitsplätze finanziert werden können – für eine Zielgruppe, deren Wahrscheinlichkeit wieder einen Job zu finden, nur bei 7 Prozent liegt.
Arbeit hat einen zentralen Stellenwert im Leben eines Menschen. Sie ist dabei nicht nur wesentlich für die Sicherung des Lebensunterhalts, sondern auch für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Die Aktion wäre eine Chance für ältere Langzeitarbeitslose gewesen, bei Betrieben, Gemeinden und Verein unterzukommen.

Wie groß war das Interesse bei der Infoveranstaltung im Vorjahr?
31 Personen aus Gemeinden und Vereinen nahmen an der Informationsveranstaltung am 24. November mit einer sehr positiven Resonanz teil. Mit Kreativität und Begeisterung haben die Teilnehmer Ideen entwickelt und sich vernetzt.

Hat es bereits Anmeldungen für die Aktion gegeben und wenn ja, wie viele und in welchen Bereichen?
Ja, es gab konkrete Anfragen, und zwar von insgesamt 8 Gemeinden und von 2 Vereinen im Bereich Soziales.

Was passiert mit den Förderungen, die im Rahmen der Aktion 20.000 bereits zugesagt wurden?
Wir werden diese Förderzusagen einhalten.

Wie sieht die derzeitige Lage bei den älteren Langzeitarbeitslosen im Bezirk Neusiedl aus?
Bei den Frauen über 50 gab es 2017 einen Rückgang der Arbeitslosigkeit von fast 4,9 Prozent, also um 13 Personen, gegenüber 2016. Bei den Männern über 50  ist nur mehr ein geringer Anstieg von 2,2 Personen, also 7 Personen, zu verzeichnen. Durchschnittlich waren 2017 in dieser Zielgruppe 576 Personen ohne Job, der Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit betrug 36 Prozent. Gegenüber 2016 (Anteil 35 Prozent) ist eine leicht steigende Tendenz zu verzeichnen.

Und grundsätzlich am Arbeitsmarkt im Bezirk?
Im Gegensatz zum Jahresausklang 2016, wo man noch keinen Rückgang der Arbeitslosigkeit erkennen konnte, macht sich die gute Konjunkturlage 2017 auch im Bezirk Neusiedl wesentlich bemerkbar. Gegenüber 2016 ist ein Abbau der Arbeitslosigkeit von 4,8 Prozent zu verzeichnen. Günstig ist die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt bei der Jugendarbeitslosigkeit (bis 24 Jahre) – dort ist die Reduktion der Arbeitslosigkeit am deutlichsten zu spüren und zwar mit einem Rückgang um 22,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Alle Informationen über die "Aktion 20.000".

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