29.05.2017, 10:16 Uhr

Air Berlin ließ eine Klasse stehen

Die insgesamt 33 Personen strandeten am Flughafen Berlin Tegel (Foto: Foto: APA/AFP Tobias Schwarz)

Schülergruppe aus Steinberg-Dörfl saß 32 Stunden am Flughafen Berlin Tegel fest.

STEINBERG-DÖRFL (EP). Eine 33-köpfige Gruppe des Marianum Steinberg saß Ende April am Flughafen Berlin Tegel fest. Nach einigen Tagen in Paris sollte es am 26. April mit Air Berlin über die deutsche Hauptstadt in Richtung Wien gehen. Bis zur Zwischenlandung verlief der Heimflug reibungslos, auch der Weiterflug schien gesichert. Allerdings mit massiver Verspätung, statt um 21.00 Uhr saß man erst gegen 23.00 Uhr im Flieger nach Wien. Man hatte Platz genommen, die Maschine fuhr auf die Rollbahn. Aber anstatt Fahrt aufzunehmen, wurde das Flugzeug langsamer und stoppte. Der Kapitän teilte den Passagieren mit, dass der Flug gestrichen worden sei.
Die Passagiere mussten das Flugzeug verlassen, die Gruppe musste notgedrungen am Flughafen auf den harten Sitzbänken ausharren, eine Unterkunft für die Nacht wurde nicht angeboten. Für die 33 Personen der Reisegruppe gab es insgesamt 16 Lunchpakete, die Schüler erhielten zehn Euro Essensgutscheine. Letztendlich buchten die Lehrer Bustickets nach Hause, aus einem 90 Minuten Zwischenstopp wurden 32 Stunden.

Horrortrip

Direktorin Erika Graner lobt die Besonnenheit und Umsichtigkeit der Kolleginnen, die die Schülergruppe begleiteten. Man kann sich gar nicht vorstellen, welchem Druck Lehrer, Begleitpersonen und Schüler ausgesetzt waren. Auch für die Eltern zuhause war die Situation sehr belastend." Nachdem klar war, dass auch der nächste Flug gestrichen wird, wurde angeboten, die Gruppe zu teilen und sie quasi "tröpfchenweise" nach Hause zu schicken.

Botschaft

"Das haben sie aufgrund der Aufsichtspflicht natürlich abgelehnt, wir haben dann geschaut, welche Zug- und Busverbindungen es gibt." Für die Kinder sei es zwar eine tolle Kultur- und Sprachreise gewesen. "Allerdings hat sich das Ende dann zu einem echten Horrortrip entwickelt." Auch die Österreichische Botschaft wurde kontaktiert. "Es müssen schon viele negative Aspekte zusammenspielen, damit so etwas passiert", ist sich Dir. Graner sicher. Die Schüler seien nach ihrer Ankunft zuhause total erledigt gewesen. "Es ist klar, dass so etwas seine Spuren hinterlässt. Alle haben deshalb einen zusätzlichen schulfreien Tag erhalten."
Man wandte sich an die ORF Help Redaktion, die Airline entschuldigte sich und bot 350 Euro Fluggutscheine oder 250 Euro Entschädigung pro Person an. Die Entschädigung werden die Beteiligten annehmen, den Gutschein darf sich die Airline behalten, heißt es vom Marianum.
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