Jüdisches Leben in Stadtschlaining auf der Friedensburg präsentiert

Gerhard Baumgartner gab einen interessanten Einblick in die Geschichte der Schlaininger Juden.
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  • Gerhard Baumgartner gab einen interessanten Einblick in die Geschichte der Schlaininger Juden.
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STADTSCHLAINING. Am 4. September 2016, dem „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“, fand in der Friedensbibliothek des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK), der ehemaligen Synagoge von Stadtschlaining, ein überaus interessanter Vortrag von Dr. Gerhard Baumgartner zur jüdischen Geschichte statt.
Anschließend gab es noch einen Rundgang, zuerst in das Stadtmuseum, in dem die Ausstellung zum „Jüdischen Leben in Schlaining“ beherbergt wird, und zum Schluss wurde noch der Gedenkstätte – dem ehemaligen zweiten jüdischen Friedhof - ein Besuch abgestattet. Die lehrreiche Veranstaltung war alles in allem ein Erfolg mit regem Andrang.

Geschichte der Juden in Stadtschlaining

Gerhard Baumgartner skizzierte die Geschichte der Juden in Stadtschlaining vom 15. Jahrhundert bis zu ihrer Vertreibung im Jahre 1938. Die erste urkundliche Erwähnung einer jüdischen Familie in Schlaining findet man schon 1527.
Ansiedeln durften sich die Juden nur mit der Genehmigung durch die Grundherren. Die Grafen Batthyany siedelten die Juden vor allem aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen in Schlaining, Rechnitz und Güssing an. Die jüdische Gemeinde wird urkundlich schon 1680 erwähnt und 1715 wurde dann die Synagoge errichtet. Um 1840 war fast die Hälfte der Bewohner von Schlaining jüdischen Glaubens (ca. 600 Personen).
Die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Juden für Schlaining und das ganze Südburgenland war sehr bedeutend. Durch die rechtliche Gleichstellung (freies Siedlungsrecht) fand aber in Schlaining eine große Abwanderung in die nähere Umgebung statt, die damit endete, dass Schlaining ab den 1920er Jahren nur mehr Filialgemeinde von Oberwart war, wo eine neue Synagoge erbaut wurde.

Synagoge restauriert

Die Synagoge von Stadtschlaining ist die einzige Synagoge im Burgenland, die während der Herrschaft des Nationalsozialismus nicht zerstört wurde und Mitte der 1980er Jahre sehr baufällig vom ÖSFK gekauft und sogleich restauriert wurde. In ihr ist seit 1989 die Friedensbibliothek untergebracht, die als wissenschaftliche Fachbibliothek, aber auch als öffentliche Bücherei geführt wird und täglich zugänglich ist (Mo-Fr), für Gruppen mit Anmeldung auch am Wochenende.

Gerhard Baumgartner gab einen interessanten Einblick in die Geschichte der Schlaininger Juden.
Autor:

Michael Strini aus Oberwart

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