Gedenkfeier für die Attentatsopfer von Oberwart

Zahlreiche Teilnehmer gedachten am 4. Feber des Bombenattentats von 1995.
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  • Zahlreiche Teilnehmer gedachten am 4. Feber des Bombenattentats von 1995.
  • Foto: Roma Pastoral
  • hochgeladen von Michael Strini

OBERWART. Am 4. Feber 2018 jährte sich das Bombenattentat gegen die Volksgruppe der Roma zum 23. Mal. Die vier Oberwarter Roma Erwin Horvath (18), Karl Horvath, (22), Peter Sarközi (27) und Josef Simon (40), wollten kurz vor Mitternacht eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien entfernen". Diese Tafel mit der rassistischen Aufschrift war mit einer Sprengfalle versehen und riss die vier Männer in den Tod.
Das rassistisch motivierte Attentat von Oberwart war das folgenschwerste in der Zweiten Republik. Es war Teil der Rohr- und Briefbombenserie die Österreich von 1993-1997 in Angst und Schrecken versetzte. Der Attentäter Franz Fuchs richtete die Brief- und Rohrbomben an Personen die entweder selbst einer Volksgruppe, einer Minderheit oder einen migrantischen Hintergund hatten oder sich für Volksgruppen, Minderheiten und Migranten einsetzten. Durch die rassistisch und völkisch motivierten Anschläge wurden 15 Personen zum Teil schwer verletzt und vier Männer wurden dadurch getötet. Die Brief- und Rohrbombenserie ist Teil Österreichischer Zeitgeschichte.

Dokumentarfilm

Für die diesjährige Gedenkfeier haben sich einige Kinder einen Kurzdokumentarfilm zum Attentat von 1995 angesehen, für sie wichtige Aussagen zusammengefasst und verlesen. Weiters haben sie auch über Rassismus an Roma in der Gegenwart gesprochen.
Wie jedes Jahr wurde die Gedenkfeier von der Roma-Pastoral organisiert. Der Tag ist nach wie vor ein emotional sehr angespannter und schwieriger Tag. Das Gedenken an die Opfer und das schreckliche Attentat aufrecht zu halten ist ein sehr wichtiges und notwendiges Anliegen. Man darf nicht nur dem schrecklich Vergangenen gedenken ohne sich in der Gegenwart und in der Zukunft zu trauen gegen Antiziganismus, gegen Romafeindlichkeit, gegen Antisemitismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Intoleranz jeder Art seine Stimme zu erheben. Tut man das, ist das Gedenken an das Vergangene nur ein leeres Bekenntnis.

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