29.09.2014, 09:36 Uhr

Ein Leben für die Sprachen

Familie Zsótér sieht im Alltag übrigens nicht so aus, trotzdem trägt sie die Tracht oft und gerne bei verschiedenen Anlässen.

Mehrsprachigkeit ist ein Geschenk, das haben diese Eltern erkannt und erziehen ihre Kids danach.

SIGET IN DER WART (jv). Iris und Zoltán sind Eltern zweier Kinder, István, 8 Jahre und Anna-Róza, 3 1/2 Jahre alt. Zoltán ist ursprünglich Kroate, gehört aber zur Ungarischen Minderheit in Kroatien und ist vor über 20 Jahren nach Österreich gekommen. Iris ist Burgenländerin, die Mutter Burgenland Ungarin, der Vater Burgenland Kroate. Die Sigeter Familie ist Multikulti könnte man sagen. Besonders macht die Familie aber etwas anderes.

Deutsch wird vermieden

Wenn Iris, die Ungarisch und Kroatisch studiert hat, mit ihren Kids spricht, dann ungarisch, und das ausschließlich. "Mein Mann und ich haben das Glück, mehrsprachig aufgewachsen zu sein, das wollen wir unseren Kindern mitgeben", erzählt die Sigeterin. Und damit sich beide Sprachen, also Ungarisch und Kroatisch, gleich gut festigen, spricht Zoltán nur kroatisch mit István und Anna. Deutsch wird zuhause gänzlich vermieden. "Beide Kinder haben Deutsch erst im Kindergarten gelernt", erzählt der stolze Vater.

Volkskultur

Einer Unterhaltung im Hause Zsótér zuzuhören, ist mehr als spannend. Die Eltern ziehen ihre Erziehungsmethoden konsequent durch, die Kinder antworten dem einen Elternteil immer in der einen und dem anderen Elternteil immer in der anderen Sprache. Welches Geschenk István und Anna damit bekommen haben, wird ihnen sicherlich erst später bewusst, denn momentan ist ihre Dreisprachigkeit für sie das Normalste überhaupt. Den Eltern ist aber auch wichtig, dass die Kinder in die Volkskultur der Länder hineinwachsen. Beide tanzen in der Volkstanzgruppe Siget, István spielt Geige und Tamburizza.


Schiefe Blicke

Dass diese Art des Lebens nicht immer einfach ist, zeigt sich leider in einigen Alltagssituationen. "Es kommt immer mal vor, dass die Leute denken wir wären Ausländer und können nicht Deutsch, wenn wir mit unseren Kindern in der Öffentlichkeit ungarisch/kroatisch sprechen. Schiefe Blicke gehören leider auch dazu", erzählt Iris. Trotzdem halten sie und ihr Mann an ihrer konsequenten Erziehung fest.
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Bezirksblätter Oberwart aus Oberwart | 07.10.2014 | 09:12   Melden
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