Ottakringer Brauerei
Eine Lehre von der Gerste bis zur Flasche
- Fabian Krämer hat die Lehre gewählt, weil er einen Lehrgang mit unterschiedlichen Anwendungsfeldern gesucht hat - in der Ottakringer Brauerei wurde er fündig.
- Foto: Ipirotis/MeinBezirk
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Fabian Krämer hat seinen beruflichen Weg gefunden, weil er keine gewöhnliche Lehre machen wollte. Heute ist der 17-jährige Lehrling bei der Ottakringer Brauerei und lernt dort, was hinter dem bekannten Gerstensaft steckt.
WIEN/OTTAKRING. Notentechnisch lief es in der Schule nicht besonders gut, weiß Fabian Krämer heute noch. Also musste er eine Entscheidung treffen: „Ich könnte da jetzt wirklich reinhauen und versuchen, alles zu retten, oder ich schaue mich nach einer anderen Möglichkeit um“, betont er. Entschieden hat er sich schließlich für Letzteres – fündig wurde er bei Hopfen und Malz.
Mittlerweile ist er als Lehrling bei der Ottakringer Brauerei im zweiten Lehrjahr und weiß, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist. Nach dem dritten Jahr wird er ausgelernter Brau- und Getränketechniker sein – danach steht ihm der Weg zum Braumeister offen.
Eine Lehre mit vielen Facetten
Damals, als der 17-Jährige nach dem passenden Pfad für sich gesucht hatte, wollte er nicht einfach etwas Gewöhnliches machen. Vielmehr wollte er etwas lernen, bei dem man sich auf verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Dingen auseinandersetzen kann.
- In der Ottakringer Brauerei lernt Krämer auf dem Weg zum Braumeister, jeden Schritt vom Kessel bis zur Flasche. Aktuell arbeitet der Lehrling an einem neuen Radler.
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An der Ottakringer Brauerei und ihrem bekannten Produkt hätte ihn besonders interessiert, wie es die goldene Flüssigkeit schlussendlich vom Kessel in die Flasche schafft. Bekommen hat er aber deutlich mehr als das. Denn sein Arbeitsalltag besteht aus Abwechslung. Beginnend um 6 Uhr in der Früh begleitet er an einen Tag etwa einen Brauer ins Sudhaus, der ihm zeigt, wie die Maschinen auf einer technischen Ebene funktionieren.
An anderen Tagen stehen hingegen Brau-Experimente und die Entwicklung neuer Produkte und Rezepturen im Vordergrund – aktuell beschäftigt sich Krämer zum Beispiel mit der Produktion von Radler. Dann wiederum ist auch ein Aspekt seiner Arbeit zu erlernen, wie man ein Bier auch richtig verkostet, was auch bei ihm zu einem tieferen Verständnis des Gerstensaftes geführt hat. Kurz gesagt: bei der Lehre zum Brau- und Getränketechniker ist Krämer in den gesamten Herstellungsprozess der alkoholischen und alkoholfreien Getränke eingebunden.
Gesetzlich vorgegebener Haustrunk
An den immerwährenden Geruch von Gerste habe er sich indes nach den ersten ein bis zwei Monaten gewöhnt. „Irgendwann riecht man das gar nicht mehr, wenn man reinkommt“, scherzt der 17-Jährige. Und selbst wenn, mittlerweile hat der Lehrling Gefallen an der Mischung gewonnen. „Das ist dieses Süßliche, Malzige. Ich finde das eigentlich ganz angenehm.“
Auf die Frage hin, ob man bei einer Mitarbeit in der Brauerei auch so viel des Gerstensaftes trinken darf, wie man möchte, antwortet Krämer mit einem Lachen. Dennoch gibt es für alle, die es möchten, einen sogenannten Haustrunk. Dieser ist für Brauereien gesetzlich vorgegeben und besagt, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine gewisse Menge an Bier für den Eigenbedarf zur Verfügung gestellt werden muss. „Bei uns sind das ein oder zwei Kisten im Monat“, weiß Krämer.
Mittlerweile sei das Bier für ihn jedoch weitaus mehr als nur ein Spaßgetränk – immerhin kann er durch die Lehre ein tiefes Verständnis für nahezu jeden Aspekt des Produktionsprozesses entwickeln, was schließlich auch seine Wertschätzung verändert habe. Alle Informationen zum Lehrgang sowie Bewerbungsmöglichkeiten gibt es unter hier.
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