Lustige Geschichte - Humor
Wels in Teesdorf
- Nicht die Realität darstellendes, mithilfe von KI-Technologie bearbeitetes Bild
- Foto: Firefly_Gemini Flash
- hochgeladen von Johann Schön
Wels in Teesdorf
Stellt Euch vor, es ist ein trüber Maitag in Teesdorf. Gewitterwolken ziehen auf, und die Temperatur kratzt hartnäckig an der Huschikaltgrenze. Mitten in diesem düsteren Grau liegt ein kleiner, unscheinbarer Teich im Wohnpark., dessen Oberfläche von einer dünnen Kälteschicht ist, die bei jedem Windstoß leise zu knistern scheint.
So die Wahrnehmung der Eingeborenen.
In diesem eiskalten Wasser treibt ein Mann. Nicht etwa panisch rudernd oder verzweifelt um Hilfe rufend. Nein, er schwimmt gemächlich seine Bahnen, das Gesicht leicht gerötet, aber mit einem seligen Lächeln auf den Lippen. Es ist Johann, ein pensionierter Bassist mit einer – sagen wir – exzentrischen Vorstellung von Abhärtung. Für Johann ist ein Bad im eiskalten Wasser nicht nur ein Kick, sondern die reinste Form der Meditation.
Ein Spaziergänger, dick eingemummelt in Lumberjack und Mütze, bleibt verdutzt stehen. Er reibt sich die Augen. War das… ein Mensch? Im Eiswasser? Er zückt sein Handy und wählt mit zitternden Fingern den Notruf. "Ich glaube, hier ist jemand ins Eis eingebrochen!", stammelt er aufgeregt in den Hörer.
Die Meldung geht ein wie ein Lauffeuer. "Person im Eis eingebrochen" – das klingt nach höchster Dringlichkeit. Innerhalb weniger Minuten heulen die Sirenen. Ein Rettungswagen, ein Polizeiwagen und sogar ein Fahrzeug der Wasserrettung treffen mit Blaulicht am Teich ein. Die Einsatzkräfte springen heraus, die Gesichter besorgt.
Als sie den "Verunglückten" im Teich entdecken, stockt ihnen der Atem. Die Silhouette, die sie im trüben Wasser erkennen, ist… ungewöhnlich. Sie ist groß, dunkel und bewegt sich eher plump als menschlich. "Mein Gott!", ruft eine junge Polizistin entsetzt, "das ist ja riesig!"
Der Einsatzleiter, ein gestandener Mann mit jahrelanger Erfahrung, runzelt die Stirn. "Das sieht nicht nach einem Menschen aus. Ist das… ein Tier? Vielleicht ein verirrter Seehund?"
Na! Es ist sicher ein Wels!
Welse finden sich ja jetzt überall!
In diesem Moment trifft auch ein Team des örtlichen Tierschutzvereins ein, alarmiert durch die ungewöhnliche Meldung. Die Tierärztin, Frau Dr. Fink, blickt auf das dunkle Etwas im Wasser und ihre Augen weiten sich. "Das… das könnte ein Riesen Wels sein! Wie ist der denn hierhergekommen?"
Die Aufregung erreicht ihren Höhepunkt. Die Wasserrettung bereitet sich mit einem Netz vor, um das vermeintliche Seetier vorsichtig zu bergen. Die Polizisten halten die Schaulustigen auf Abstand. Frau Dr. Fink murmelt besorgt etwas von Unterkühlung und dem Stress für das Tier.
Mitten in dieser hektischen Betriebsamkeit taucht Johann gemächlich auf, wischt sich das Wasser aus dem Gesicht und ruft freundlich: "Guten Tag allerseits! Herrliches Wasser heute, nicht wahr?"
Stille. Absolute Stille. Die Einsatzkräfte starren Johann an, als hätten sie gerade ein Einhorn gesehen. Der Spaziergänger, der den Notruf abgesetzt hatte, schlägt sich ungläubig vor die Stirn.
Der Einsatzleiter ist der Erste, der seine Sprache wiederfindet. "Äh… sind Sie… der Wels?"
Johann lacht herzlich. "Wels? Nein, mein Lieber. Ich bin Johann. Ich mache hier nur mein tägliches Schwimmtraing." Er steigt gemächlich aus dem Teich, die dunkle Bade-Gatehose am Körper.
Die Verwirrung ist greifbar. Frau Dr. Fink stammelt: "Aber… die Größe… die dunkle Form…"
Johann grinst. "Nun ja, mit angezogenen Knien und meiner schwarzen Badekappe sehe ich im trüben Wasser vielleicht etwas… ungewöhnlich aus." Er deutet auf die kleine, eng anliegende Badekappe auf seinem Kopf.
Es dauert eine Weile, bis die Situation sich aufklärt. Die Rettungskräfte packen langsam ihre Ausrüstung wieder ein, die roten Gesichter verbergen teils Peinlichkeit, teils ungläubiges Staunen. Frau Dr. Fink untersucht Johann vorsichtshalber auf Unterkühlung, findet aber nichts Besorgniserregendes.
Am Ende stehen alle etwas ratlos am Teich. Johann zieht sich seelenruhig an und bedankt sich freundlich für die "Besorgnis". Der Spaziergänger murmelt etwas von "nie wieder Glühwein am Morgen", und die Polizisten tauschen vielsagende Blicke aus.
Die Geschichte vom "Teesdorfer Wels" macht schnell die Runde und sorgt für einige Schmunzler in der ländlichen Umgebung. Und Johann?? Der zieht auch am nächsten trüben Maitag wieder seine Bahnen im eiskalten Teich – diesmal vielleicht mit einer leuchtend gelben Badekappe. Man will ja schließlich keine unnötige Aufregung verursachen.
„Und falls Ihr Euch nun fragts, wie man auf so eine Geschichte kommt: Der plötzliche Temperatursturz im Mai hat offensichtlich nicht nur den Teich, sondern auch die Synapsen des Autors kurzfristig schockgefrostet.“
Bild: Firefly_Gemini Flash
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