Park-Streit Penzing
1,7 Millionen Euro - Bürger fühlen sich bei Penzinger Parkumbau übergangen
- Eisenbock (ÖVP), Breitenlacher (Neos) und Loibl (FPÖ) begehren eine Bürgerversammlung zur Neugestaltung des H.-C.-Artmann-Parks.
- Foto: ÖVP, Neos, FPÖ Penzing
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Die geplante Neugestaltung des H.-C.-Artmann-Parks in Penzing sorgt erneut für Diskussionen. ÖVP, FPÖ und NEOS fordern mehr Transparenz und eine stärkere Einbindung der Bevölkerung.
WIEN/PENZING. Rund 1,7 Millionen Euro soll die geplante Umgestaltung des H.-C.-Artmann-Parks in Penzing kosten. Nun steht die Frage im Raum, wie detailliert die Pläne offengelegt werden und wie viel Mitspracherecht Anrainerinnen, Anrainer und Geschäftsleute noch erhalten.
Von März bis Juni des vergangenen Jahres waren Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Dabei ging es um Fragen wie: Was wird im Park besonders geschätzt? Was fehlt? Und wie soll der Erholungsraum künftig aussehen?
Der rund 2.370 Quadratmeter große Park in Breitensee soll Anfang 2027 neu gestaltet werden. Die finalen Pläne wurden Anfang Juli im Park vorgestellt. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Grünflächen und Bäume, neue Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie eine Erneuerung des Ballspielplatzes. Dafür sollen auch angrenzende Straßenräume in die Parkfläche einbezogen werden, wodurch Parkplätze wegfallen könnten.
Genau bei diesen Punkten sehen mehrere Oppositionsparteien noch Gesprächsbedarf. Ein von ÖVP-Klubobmann Andreas Eisenbock initiiertes fraktionsübergreifendes Begehren einer Bürgerversammlung zielt ausdrücklich darauf ab, die betroffenen Menschen umfassend zu informieren und ihnen eine tatsächliche Mitwirkung zu ermöglichen. Ihm angeschlossen haben sich auch Neos und die FPÖ Penzing.
Malerbetrieb schreit auf
Eisenbock betont, dass eine einmalige Präsentation der Pläne aus seiner Sicht nicht ausreiche. Die Menschen im Grätzl müssten die Möglichkeit bekommen, sich umfassend zu informieren und ihre Anliegen einzubringen. Auch FPÖ-Klubobmann Bernhard Loibl kritisiert, dass manche Anrainer und Geschäftsleute nach eigenen Angaben nicht ausreichend über die konkreten Vorhaben informiert worden seien.
- Das Team der Gebietsbetreuung Stadterneuerung, haben den Beteiligungsprozess im Juni 2025 begleitet und die Menschen im Grätzl eingeladen.
- Foto: GB*
- hochgeladen von Patricia Hillinger
Nikolaus Schmidt führt einen Malerbetrieb, der direkt neben dem Park am Schützplatz ansässig ist, und wusste nichts von der Ideenwerkstatt und war demnach auch nicht rechtzeitig involviert. "Mein Postfach war leer. Jemand von den Neos ist eines Tages in mein Geschäft gekommen und hat mich über die geplante Umgestaltung, die ich absolut nicht begrüße, da sie mir nur Nachteile bringt, informiert", zeigt sich Schmidt verärgert.
Er sei am meisten von der Neugestaltung betroffen und hat auch zwei Lager und aktuell noch einen eigenen Lieferantenparkplatz. "Da der Park auf meiner Seite erweitert werden soll, fällt die Straße in der ich ein- und ausladen konnte, weg. Mir bleiben für die Lieferungen nur noch Seitengassen für die Zu- und Abfahrt meiner zehn Firmenautos", ergänzt Schmidt. Er sprach sich offen gegen die Umgestaltung aus, die seiner Meinung nach nicht logisch ist, da der Park ohnehin groß genug sei. "Man hätte die zwei Millionen sinnvoller einsetzen können, oder den Park zumindest auf der anderen Seite, wo sich keine Geschäfte befinden, erweitern können."
Auch die Neos sprechen sich für eine Bürgerversammlung aus. Klubobfrau Birgit Breitenlacher begrüßt grundsätzlich mehr Grün und eine bessere Aufenthaltsqualität, verweist jedoch auf die angespannte finanzielle Situation des Bezirks. Bei geschätzten Kosten von rund 1,7 Millionen Euro brauche es eine nachvollziehbare Aufstellung darüber, wofür das Geld verwendet wird.
Bezirk soll Stellung nehmen
Kritik gibt es außerdem an einzelnen Details der Planung. Die Neos hinterfragen etwa die vorgesehenen Betonbänke und schlagen stattdessen Holzbänke vor. Auch die geplante Verlegung des Ballspielplatzes wird kritisch gesehen. Ein neuer Belag für den bestehenden Käfig könnte aus ihrer Sicht eine kostengünstigere Alternative sein.
Die Bezirksvorstehung soll ebenfalls Gelegenheit bekommen, auf die Kritik und die Forderungen zu reagieren. MeinBezirk hat Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner (SPÖ) bereits kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort liegt derzeit noch nicht vor.
Wie die weiteren Schritte aussehen, ist damit noch offen. Die Initiatoren der Bürgerversammlung wollen den Termin und den möglichen räumlichen Bereich gemeinsam mit der Bezirksvorsteherin festlegen. Für die politischen Fraktionen steht dabei vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann die Neugestaltung des Parks umgesetzt werden, ohne dass jene, die ihn täglich nutzen, dabei zu wenig gehört werden?
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