Gefährliches Grätzl
Wurfgeschosse vom Gemeindebau – Anrainer in Penzing sind in Angst
- Gegenstände landen regelmäßig als Wurfgeschosse auf der Goldschlagstraße.
- Foto: privat
- hochgeladen von Patricia Hillinger
Mehrfach sollen aus einem Gemeindebau in der Goldschlagstraße Gegenstände aus einer oberen Etage auf Gehsteig und Fahrbahn geworfen worden sein. Anrainer berichten von großer Verunsicherung und fragen sich, wie lange die Situation noch andauern kann.
WIEN/PENZING. In der Nacht des 31. Juli landeten Glasscherben sowie ein schwerer, mit Erde gefüllter Blumentopf laut Angaben von Anrainern vor einem Wohnhaus in der Penzinger Goldschlagstraße auf dem Gehsteig und der Fahrbahn. Beides soll von einem Hausbewohner aus dem Fenster geworfen worden sein - kein Einzelfall.
Verletzt wurde niemand. Für die Bewohner ist das jedoch kein Grund zur Entwarnung: Sie berichten von mehreren ähnlichen Einsätzen in den vergangenen Monaten. Ein besorgter Anrainer wandte sich anonym an MeinBezirk. Er schildert eine Situation, die für viele Bewohner zunehmend belastend sei. Besonders die Tatsache, dass sich die Vorfälle wiederholen, bereite Sorgen.
„Man fühlt sich nicht mehr sicher“
Bereits am 7. Juli soll gegen 21 Uhr ein großer, mit Erde gefüllter Blumentopf aus einem oberen Stockwerk auf den Gehsteig und die Fahrbahn geworfen worden sein. Polizei und Rettung rückten aus. Nach Angaben von Anrainern wurde der Bewohner von Einsatzkräften überwältigt, fixiert und anschließend mit der Rettung abtransportiert. Nach kurzer Zeit kehrte er jedoch wieder in den Gemeindebau zurück.
Auch im April soll es an derselben Adresse bereits einen Polizeieinsatz gegeben haben. Damals sollen ebenfalls Gegenstände aus einem Fenster geworfen worden sein. Die Fotos, die MeinBezirk von einem Anrainer zur Verfügung gestellt wurden, entstanden am Morgen nach dem Vorfall vom 31. Juli. Auf den Bildern sind Glasscherben und die Überreste des Blumentopfs auf Gehsteig und Fahrbahn zu sehen. Laut dem Anrainer war zu diesem Zeitpunkt bereits der Frühverkehr unterwegs.
Viele Bewohner würden ihre Kinder mittlerweile nicht mehr unmittelbar vor dem Haus gehen lassen. Die Sorge, dass ein herabfallender Gegenstand irgendwann einen Menschen trifft, ist groß. „Es kann doch nicht sein, dass erst etwas passieren muss, bevor dauerhaft etwas unternommen wird“, schildert der besorgte Anrainer.
Bezirksvorstehung verweist auf Hilfsangebote
Bezirkschefin Michaela Schüchner (SPÖ) sei der konkrete Fall nach eigenen Angaben nicht bekannt. Wenn solche Situationen an die Bezirkspolitik herangetragen werden, würden die Anliegen jedoch weitergeleitet, heißt es auf Anfrage.
„Situationen wie diese sind sehr belastend für die Nachbarschaft“, so Schüchner. In solchen Fällen werde an das psychosoziale Ambulatorium, die Grätzlpolizei oder – wenn es sich um einen Gemeindebau handelt – an die Wohnpartner verwiesen. Bei akuter Gefahr seien Polizei oder Rettung zu verständigen. Bei akuten psychischen Krisen ist der Sozialpsychiatrische Notdienst des PSD Wien rund um die Uhr unter 01 313 30 erreichbar.
- In der Nacht auf den 31. Juli 2026 warf ein Bewohner eines Gemeindebaus in der Goldschlagstraße Glasscherben sowie zumindest einen schweren, mit Erde gefüllten Blumentopf aus dem dritten Stock auf den Gehsteig, parkende Autos und die Fahrbahn.
- Foto: privat
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Die Polizei kann aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen keine konkreten Angaben zu den Einsätzen in der Goldschlagstraße machen. Grundsätzlich könne eine Person bei einer psychischen Erkrankung gegen oder ohne ihren Willen in eine psychiatrische Abteilung gebracht werden, wenn eine ernstliche und erhebliche Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ob diese Voraussetzungen gegeben sind, müsse ärztlich festgestellt werden.
Sollten Menschen verletzt oder Gegenstände beschädigt worden sein und ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt vorliegen, werde dieser von der Polizei aufgenommen und entsprechend zur Anzeige gebracht. Unabhängig davon kann es sinnvoll sein, dass hinsichtlich der wiederholt aufgetretenen Vorfälle auch das Gespräch mit dem Eigentümer bzw. der zuständigen Hausverwaltung gesucht wird, um mögliche weitere Maßnahmen zu besprechen. Für die Bewohner zählt jedenfalls eines: Sie wollen sich in ihrem eigenen Grätzel wieder sicher fühlen können.
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