Die Königin der Tiere

Wildkatzen sieht man selten
  • Wildkatzen sieht man selten
  • Foto: Jutta Keilbach
  • hochgeladen von Birgit Schmatz

PURKERSDORF/REGION (bs). Sie schnurrt, kuschelt und sieht einfach zuckersüß aus. Auf leisen Pfoten hat die Katze den Hund als beliebtestes Haustier abgelöst. Die Bezirksblätter haben mit Bürgermeistern, Tierärzten und Jägern über die neue Königin der Tiere gesprochen.

"Katzensteuer" ist keine Option

In Deutschland ist es bereits um eine "Katzensteuer" laut geworden. Davon halten die Bürgermeister der Region allerdings nichts und sprechen sich geschlossen dagegen aus: Michael Cech aus Gablitz sieht die Tiere in seiner Gemeinde positiv – weder mit Hunden noch mit Katzen gibt es Schwierigkeit. In Pressbaum gibt es über 700 Hunde. Aufgrund von Verunreinigungen wird nun eine Verordnung bezüglich Strafen eingeführt, informiert Josef Schmidl-Haberleitner. Die Katzen in ähnlicher Größenordnung machen keine Probleme. Johann Novomestsky aus Tullnerbach meint, dass keine Steuer notwendig ist – und der Aufwand zu groß wäre. In Mauerbach hat es bisher ebenfalls noch keine Diskussion darüber gegeben, und auch in Wolfsgraben sind die Katzen friedlich. Im vergangenen Jahr wurden zwei Streuner sterilisiert.

Chip oder Kastration

Wie schaut es also mit der verpflichtenden Kastration von Katzen aus? Tierärztin Katharina Migl aus Purkersdorf erläutert das Gesetz (siehe "Zur Sache"): Laut den aktuellen Bestimmungen müssen alle freilaufenden Katzen kastriert sein – außer sie sind Zuchtkatzen – und diese müssen gechipt sein. Ihrer Meinung nach würde es das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter erhöhen, wenn alle Tiere gechipt wären. Alice Schnötzlinger aus Mauerbach würde diese Maßnahme ebenso begrüßen wie Stefan Burger aus Pressbaum. Letzterer spricht weiters das Thema der unkontrollierten Zucht und das fehlende Wissen um die Aufzucht an. Das Zusammenleben mit Menschen kann sich dann nämlich schwierig gestalten. Und das Zusammenleben im Freien?

Der Wald als Jagdrevier

Immer wieder hört man von der Gefahr des Jagdinstinkts der Hauskatze. Bundesforste-Jagdspezialist Hubert Bauer räumt damit auf: Bodenbrütern wie Hasel- oder Rebhuhn könnten von der Katze zugesetzt werden – im Wienerwald sei dies aber kein Thema. #+Die Biologin und Wildkatzen-Expertin Martina Keilbach bestätigt: "Nur in ganz speziellen Ausnahmefällen wie bei Raufußhühnern könnten streunende Katzen Schaden anrichten. Sie macht auf die "Katze des Waldes" aufmerksam: Früher war die Wildkatze in heimischen Wäldern verbreitet. Sie gilt jedoch seit Mitte des 20. Jahrhunderts als ausgestorben oder verschollen – aufgrund völliger Fehleinschätzung ihrer „Schädlichkeit“ und daraus resultierender Verfolgung.

Zur Information: Wildkatzen 
Auf wildkatze-in-oesterreich.at finden Sie weitere Infos.
Außerdem haben die Bundesforste eine Wildkatzen-Broschüre herausgebracht. Diese kann kostenfrei angefordert werden unter naturraummanagement@bundesforste.at oder downgeloadet unter www.bundesforste.at >Service >Publikationen.

Zur Information: Die gesetzliche Regelung
Jede Person, die Katzen mit Freigang hält, hat diese seit Jahresbeginn 2018
– gemäß Anlage 1 Z 2 (10) der 2. Tierhaltungsverordnung kastrieren zu lassen
– oder gemäß § 24a Tierschutzgesetz kennzeichnen und registrieren zu lassen (Zuchtkatze) und gemäß § 31 Abs. 4 Tierschutzgesetz die Zucht bei der Behörde zu melden bzw.
im Falle einer gewerblichen oder sonstigen wirtschaftlichen Tätigkeit gemäß § 31 Abs. 1 Tierschutzgesetz bewilligen zu lassen.

Information:Gesetzliche Regelung

Autor:

Birgit Schmatz aus Klosterneuburg

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