Landesgericht St. Pölten
Mordverdacht – Urteilsverkündung gestoppt

Richter Markus Grünberger
3Bilder
  • Richter Markus Grünberger
  • Foto: Ilse Probst
  • hochgeladen von Anita Ericson

ST. PÖLTEN. Es ist schon die Ausnahme, dass der Oberste Gerichtshof das Urteil in einem Geschworenenprozess aufhebt und der Fall in einem neuen Prozess mit anderen Richtern und Geschworenen wiederholt werden muss. Umso kurioser verlief eine Neuauflage am Landesgericht St. Pölten, bei der die Berufsrichter das Urteil der Geschworenen unmittelbar vor der Verkündung aussetzten und die Causa abermals vom OGH überprüft und vermutlich in einem dritten Prozess verhandelt werden muss.

Tathergang

Dem Prozess liegt eine Anklage wegen Mordversuchs zugrunde. Demnach soll ein 47-Jähriger aus dem Bezirk St. Pölten Land im Februar 2020 seine sitzende Ehefrau von hinten mit einem schweren Stein attackiert haben. Sie beugte sich vor und spürte plötzlich einen Schlag gegen Halswirbelsäule und Schulter. Ihr erster Gedanke war, dass ihr Mann kollabiert und auf sie gestürzt sei. Als Zeugin beim ersten Prozess im vergangenen Sommer schilderte sie den nachfolgenden Tathergang: Als sie sich umdrehte, stand der Mann mit dem Stein vor ihr. Sie packte ihn an den Handgelenken, dann ließ der Angreifer den Stein fallen. Da ihr die Flucht nicht gelang, legte sie sich bäuchlings auf den Stein und schrie. Von hinten legte er ihr die Hand auf Mund und Nase und umfasste ihren Hals. Wegen ihrer heftigen Gegenwehr ließ er schließlich von ihr ab, stieg in ein Fahrzeug und fuhr davon.

Prozess ohne Ende

Die acht Geschworenen waren damals der Ansicht, dass es sich um keinen Mordversuch gehandelt habe. Sie verurteilten den Angeklagten wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, wobei er den unbedingten Teil von acht Monaten mittlerweile verbüßt hat. Wieder auf freiem Fuß und mit seiner Frau ausgesöhnt, landete er neuerlich nach Aufhebung des Urteils in Untersuchungshaft.
Beim zweiten Rechtsgang hatte sich an der Verantwortung des Beschuldigten nichts geändert. Verteidiger Gerhard Taufner fasste zusammen: „Er hat nie im Leben vorgehabt, seine Frau schwer zu verletzten und schon gar nicht zu töten.“ Den Schlag mit dem Stein habe er ihr in Hockstellung mit relativ geringem Kraftaufwand versetzt, es war daher nur eine Rötung erkennbar. Er habe sich selbst als böse darstellen wollen, damit seine Familie nach seinem geplanten Suizid nicht allzu sehr trauere.
Wieder berieten acht Geschworenen in Klausur. Als der Richtersenat unter dem Vorsitzenden Markus Grünberger das Ergebnis überprüfte, stellte er fest, dass die Laien von einer falschen Erwägung ausgegangen waren, weshalb kein korrektes Urteil gefällt wurde und daher ausgesetzt werde. Der Angeklagte musste zurück in die Untersuchungshaft.

TOP Gewinnspiel

In diesem Jahr warten 18 neue Ausflugsziele auf alle Niederösterreich-CARD-Inhaber. In diesem Jahr warten 18 neue Ausflugsziele auf alle Niederösterreich-CARD-Inhaber. In diesem Jahr warten 18 neue Ausflugsziele auf alle Niederösterreich-CARD-Inhaber.
5 4

Gewinnspiel
Gewinne 1 von 30 Niederösterreich-CARDs mit unserem Newsletter

Wir haben wieder ein tolles Gewinnspiel für euch. Alles was du dafür tun musst, ist unseren Newsletter zu abonnieren und mit etwas Glück gehört eine von 30 Niederösterreich-CARDs bald dir.  Was ist die Niederösterreich-CARD?Die Niederösterreich-CARD ist eine Ausflugskarte, die freien Eintritt zu über 300 Ausflugszielen in und um Niederösterreich ermöglicht. Damit ist sie der perfekte Begleiter für große und kleine Abenteuer in der Umgebung. Von Bergbahnen, über Tier- und Naturparks, bis hin zu...

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Weitere Beiträge aus dem Bundesland

Wenn du möchtest, dass auch deine Wiese im Garten bald in verschiedenen Farben erblüht, dann pflanze unsere Wildblumen-Samen ein.
Video 3

#aufblühen
Mit den Bezirksblättern blühen NÖs Unternehmen auf

NÖ. Die Corona-Pandemie war mit den zahlreichen Lockdowns für niemanden einfach, aber besonders belastend war die Situation für Niederösterreichs Unternehmerinnen und Unternehmer. Die Bezirksblätter wollen anlässlich der Öffnungsschritte feiern und den heimischen Unternehmern unter die Arme greifen mit der Aktion "Aufblühen".  Was ist die Aktion "aufblühen"? Die Aktion "aufblühen" soll Unternehmerinnern und Unternehmern den Neustart nach dem Lockdown vereinfachen. Mit einer 1+1 Gratis-Aktion...

Aktuell

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen