27.04.2016, 09:30 Uhr

Frauen preschen vor, auch in den Wald

Architektin Astrid Wessely über ihren Plänen: Auch auf der Baustelle setzt sie sich problemlos durch.

Beim Girls Day dürfen Schülerinnen bei den Bundesforsten "typische" Männerberufe kennenlernen. Die Bezirksblätter sprachen mit Frauen, die sich in Männerdomänen bereits erfolgreich behaupten konnten.

REGION (bt). Mädchen entscheiden sich noch immer sehr häufig für "typisch weibliche" Berufe. Der Girls Day am 28. April will dem entgegenwirken. Bei den Österreichischen Bundesforsten mit Sitz in Purkersdorf werden 36 Schülerinnen in die Berufe Förster, Naturraummanager, Jäger und Forstbetriebsleiter hineinschnuppern. "Man geht davon aus, dass es Männer sind, die sich im Wald bewegen", so Alexandra Wieshaider, Leiterin des Biosphären-Teams der Österreichischen Bundesforste im Forstbetrieb Wienerwald. Dem Unternehmen ist es ein großes Anliegen auch Frauen für die Forstwirtschaft zu gewinnen. In den letzten fünf Jahren konnte bereits ein deutlicher Anstieg an weiblichem Fachpersonal verzeichnet werden. Und das ist gut so, denn "gemischte Teams und verschiedene Herangehensweisen bringen immer Vorteile". Sie rät, die Augen offen zu halten und etwas nicht von vornherein abzulehnen, nur weil es nicht üblich ist.

"Männer sind selbstsicherer"

In der Region gibt es viele Frauen, die sich vom typischen Rollendenken nicht abschrecken ließen und heute problemlos mit ihren männlichen Kollegen mithalten. Eine davon ist Astrid Wessely, Architektin und Frau in der Wirtschaft-Vorsitzende. Bereits seit zehn Jahren betreibt sie ihr Planungsbüro. "Als Frau fühlt man sich erst sicher, wenn man 150 Prozent gibt. Männer trauen sich meist von Haus aus mehr zu." Die Gablitzerin ist sich sicher: "Man kann alles schaffen, auch in Männerberufen, wenn man etwas wirklich machen will und dahinterbleibt." Doch Frauen müssen sich ihrer Meinung nach schon besonders behaupten, die Gesellschaft sei zwar im Wandel, doch dieser reiche noch nicht aus.
Als Malermeisterin in Untertullnerbach hat auch Sandra Hecht fest in der Welt der Männer fußgefasst. Sich behaupten hieß es vor allem in der Berufsschule. Heute lacht sie: "Vereinzelt gibt es noch Kunden, die meinen, ich könnte nicht schwer tragen. Aber das sehen sie dann eh."

Der Girls Day 2016 macht aufmerksam

Der Girls Day 2016 am 28. April ist für Mädchen der 3. und 4. Klassen von HS, NMS und AHS.
Er soll: Die Aufmerksamkeit der Mädchen auf ihnen unbekannte Berufe oder Studienrichtungen lenken. Gängige Vorurteile abbauen und eine Berufswahl jenseits von Klischees erleichtern. Eltern, Schulen und Betriebe auf das Potenzial der Mädchen aufmerksam machen. Unternehmen ermöglichen, interessierte Mädchen zu gewinnen.
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