Gewalt verhindern, Auswege aufzeigen!

REUTTE. 194.178 Tage haben Frauen und Kinder 2014 in österreichisches Frauenhäusern verbracht. 3.448 Personen haben Schutz vor Gewalt gesucht. 1060 Personen wurden Opfer von Gewalt, der überwiegende Teil davon Frauen. 45% aller Frauen sind laut Schätzungen des Europarats zumindest einmal in ihrem Leben in irgendeiner Form von Gewalt betroffen. Etwa ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen hat bereits psychische und physische Gewalt durch Gleichaltrige erfahren. Und in jeder 5. Familie wird Gewalt ausgeübt. Diese Zahlen waren für den Landtag und für die Landesregierung Anlass, einen Schwerpunkt zur Gewaltprävention zu starten.

„Ziel des Schwerpunktes ist es die Menschen dort abzuholen, wo sie sind und wo sie von Gewalt betroffen sind. Sei es in Schulen, in der Pflege, am Arbeitsplatz, im Internet, auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden. Unsere Botschaft soll sich in die Köpfe der Menschen einprägen. Gewaltopfer und auch -täter sollen wissen, dass sie nicht allein sind und dass es konkrete Hilfe gibt. Jeder hat es in der Hand“, so die beiden Abgeordneten Gabriele Fischer (Grüne) und Katrin Kaltenhauser (ÖVP) bei ihrer Verteilaktion mit anschließender Pressekonferenz in Reutte.

Zuwenden statt zuschlagen, verbinden statt verletzen, die Hände reichen anstatt gegen andere zu erheben, anfreunden statt ausgrenzen und „liken“ statt „dissen“ – mit diesen plakativen Botschaften zeigt das Land die Bandbreite von Gewalt in unserer Gesellschaft auf. Die vielen Schichten der Gewalt benötigen dabei viele Formen der Prävention. Sensibilisierung stehe dabei im Mittelpunkt, so Kaltenhauser und Fischer: „Tätern einen Ausweg bieten, statt sie an den Pranger zu stellen ist dabei ebenso wichtig wie Opfern eine Anlaufstelle und Schutz zu bieten.“
Mit ihrer Bezirkstour wollen die beiden Abgeordneten auch Mut schenken. „Tirol hat viele Einrichtungen, an die sich sowohl Täter wie Opfer wenden können. Leider trauen sich rund 80% der Betroffenen nicht über Gewalt und Leid, das ihnen zugefügt wird zu sprechen. Das muss sich ändern – und das wollen ändern“ so Kaltenhauser und Fischer.

Der breite Zugang zu dem Tabu-Thema „Gewalt“ ermögliche es sich intensiv damit auseinanderzusetzen. „Wir schauen dabei nicht nur in die Zukunft sondern auch in die Vergangenheit. Denn wer Gewalt in der Zukunft verhindern will, darf die Augen nicht vor der Gewalt verschließen die in der Vergangenheit geschehen ist“, verweisen die beiden Abgeordneten auf den Besuch des ehemaligen Kinderheims am Martinsbühel sowie auf aktuelle Studien im Auftrag des Landes zum Thema Erinnerungskultur.

Der Schwerpunkt des Landes werde sich bis in den Herbst ziehen und zahlreiche Initiativen sowohl bei den ganz Jungen (Stichwort Mobbing und SchulpsychologInnen) wie bei den Alten (Stichwort Gewalt in der Pflege, psychische Gewalt an Pflegern) beinhalten. Sämtliche Anlaufstellen für Gewalt finden sich unter www.gewaltfrei.tirol und auf www.gewaltfrei-tirol.at.

Autor:

Evelyn Hartman aus Reutte

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