25.10.2017, 08:43 Uhr

Urologie wird nun als Wochenklinik geführt

Die Verantwortlichen der Krankenhäuser in Reutte und Hall sind zufrieden, allen voran Dr. Udo Nagele (2.v.l.) und Dr. Michael Haß (3.v.l.) .
EHENBICHL (rei). Im Prinzip ist es so wie gehabt und doch ganz neu: Am Bezirkskrankenhaus Reutte erfolgte kürzlich offiziell der Start der Wochenklinik Urologie. Damit konnte dieser wichtige Bereich der medizinischen Versorgung nachhaltig für die Bevölkerung im Bezirk sichergestellt werden.

Die urologische Versorgung im Bezirk Reutte steht schon seit mehren Jahren unter der Leitung von Facharzt Dr. Michael Haß. Der Urologe ist in Teilzeit am Bezirkskrankenhaus Reutte tätig und betreibt nebenbei seine Kassenordination, ebenfalls in dislozierten Räumlichkeiten des Bezirkskrankenhauses.
Mit den Spezialisten am Landeskrankenhaus in Hall gibt es eine enge Kooperation. Diese funktioniert bestens, allerdings war es aus Qualitätssicherungsgründen notwendig, diese Zusammenarbeit jetzt vertraglich genau festzuhalten.

Seit Jänner 2017 liegt nun die „Krankenanstaltenrechtliche Genehmigung für die Wochenklinik Urologie“ am Bezirkskrankenhaus Reutte vor. Ehe der offizielle Start für die Wochenklinik "Urologie" gegeben werden konnte, waren aber noch weitere organistorische Maßnahmen notwendig.

Intensives Genehmigungsverfahren

Nun sind alle Formalitäten erledigt. "Da das Bezirkskrankenhaus Reutte als erstes Krankenhaus in Tirol den entsprechenden Antrag zur Führung einer solchen Klinik stellte, war das Verfahren besonders intensiv. Die entsprechenden Vertragsentwürfe zur Zusammenarbeit mit der Urologie in Hall reichen zum Teil bis ins Jahr 2006 zurück. Der Geduld der beiden Verantwortlichen Professor Dr. Udo Nagele in Hall und Dr. Michael Haß in Reutte ist es zu verdanken, dass das Vertragswerk nun unter Dach und Fach ist", freute sich Krankenhaus-Verbandsobmann Aurel Schmidhofer beim offiziellen Startschuss für die Wochenklinik Urologie.

Für die Patienten ändert sich zum bisherigen Ablauf spürbar wenig bis gar nichts. Im Hintergrund laufen nun aber neue Prozesse bei der Diagnose und Behandlung der Patienten ab. "Durch die Vernetzung zu Hall läuft die Patientenbetreuung jetzt schneller und besser ab", erläuterte Dr. Haß. Auch Prof. Nagele zeigte sich zufrieden, ebenso der ärztliche Leiter am BKH Reutte, Dr. Eugen Ladner.
Leicht war es nicht, die Wochenklinik Urologie umzusetzen: "Das Projekt stand an der Kippe. Es wurde enorm viel gefordert", erklärte Ladner.

300 Patienten jährlich

Doch nun ist alles fixiert. Ein wichtiger Schritt zur Sicherung der medizinischen Versorgung im Außerfern im Bereich der Urologie. Hier werden jährlich zw. 250 und 300 Krankheitsfälle behandelt. Durschschnittlich 40 bis 50 davon werden nach Hall weitergeschickt. Es sind zumeist Steine und Tumore, oft Prostatakrebs, die in Hall behandelt werden.
Dank der engen Zusammenarbeit ist der Aufenthalt in Hall aber zumeist kurz. Nach wenigen Tagen kommen die Patienten zurück an Bezirkskrankenhaus, wo die weitere Behandelung stattfindet.

Abläufe wurden standardisiert

Primar Eugen Ladner sieht in der Standardisierung der Behandlung große Vorteile für die Patienten, aber auch für das medizinische Personal. Prof. Udo Nagele fasste es in kurzen Worten zusammen: "Wir bieten jetzt eine Behandlung aus einem Guss an." Die Mediziner in Hall und Reutte haben stets die selben Informationen. Bisher sei die Behandlung "auf Zuruf" erfolgt. Jetzt ist genau festgelegt, wie die Versorgung ablaufen muss. Schritt für Schritt. Das Landeskrankenhaus Hall stellt dafür seine „SOP`s“ (Standard Operating Procedures) zur Verfügung, nach denen auch am Bezirkskrankenhaus Reutte gearbeitet wird. Die Überprüfung der Einhaltung der SOP´s, sowie der Kontakt in Einzelfallbesprechungen, erfolgt ebenfalls mit dem Landeskrankenhaus Hall.
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