Innviertler Cowboy ist international erfolgreich
- Spektakulär: Das Manöver "Sliding Stop", ausgeführt von Johannes Hasenauer auf dem Hengst Nu Tangy Chex.
- Foto: Andrea Bonaga
- hochgeladen von Linda Lenzenweger
Nur wenigen Innviertlern ist Reining ein Begriff. Dabei gibt es einige erfolgreiche Vertreter dieses Pferdesports in der Region – einer von ihnen ist Johannes Hasenauer.
GEIERSBERG (lenz). Viel Action, aber keine Hektik: Reining – auch als Dressur des Westernreitens bezeichnet – gilt als die spektakulärste und publikumswirksamste Form des Westernreitens. In rasantem Tempo und dennoch sehr präzise absolvieren Pferd und Reiter schwierige Manöver – und das alles im Galopp. "Das besondere an dieser Disziplin ist, dass die geforderten Manöver zwar in enorm hoher Geschwindigkeit ausgeführt werden, das Pferd aber immer unter völliger Kontrolle des Reiters bleibt", erklärt Johannes Hasenauer. Der gebürtige Utzenaicher betreibt seit 2012 den Reining-Sport am Reiterfort Gries in Geiersberg. Aufgewachsen mit Pferden, hielt sich die Begeisterung für den Reitsport anfangs in Grenzen. "Meine Faszination für das Reiten wurde erst durch die Westernreiterei entfacht. Das schien mir und meinen Freunden einfach ein bisschen cooler zu sein, als die klassische Reiterei", erzählt Hasenauer. 2005 machte er sein Hobby zum Beruf, sammelte Erfahrungen in Deutschland, Italien und den USA. Und auch heute noch ist er international unterwegs – auf Turnieren. "Wir konnten in den vergangenen drei Jahren sowohl im In-, als auch im Ausland mehr Siege verbuchen, als ich geahnt hätte", erzählt der 32-Jährige. 2013 konnte Hasenauer mit seinem Team "JH Reining" auf der IRHA Futurity, einem bedeutenden italienischen Reining-Turnier, Platz eins und zwei belegen.
Balance, Konsequenz & Geduld
Um Reining auf höchstem Niveau zu betreiben, braucht es nicht so sehr Fitness im Sinne von Muskelkraft und Ausdauer, wie Hasenauer erklärt: "Man sollte eine gewisse Balance sowie ein Gefühl für Rhythmus und Takt haben. Der psychische Aspekt hat weitaus mehr Gewicht." Zudem bedürfe es einer Mischung aus Konsequenz, Geduld und Einfühlungsvermögen. "Man möchte ja Höchstleistungen von einem Individuum, das unsere Sprache nicht versteht. Das gehört zu den interessantesten Teilen an der Arbeit mit Pferden", schwärmt Hasenauer. Beim Turnier ist dann zusätzlich Nervenstärke und Konzentration gefragt. Bis zu einem gewissen Grad sind die meisten Pferde für Reining einsetzbar. "Um international konkurrenzfähig zu sein, braucht es aber sehr athletische und mental ausgeglichene Tiere." Auch wenn der Sport hierzulande noch relativ unbekannt ist: Die Zucht von Reining-Pferden ist mittlerweile ebenso spezialisiert wie in anderen Sparten der Reiterei auch. Im Reiterfort Gries sind derzeit rund 20 Pferde untergebracht. In der Region betreiben rund 50 Reiter diesen Sport. Interessierte sind jederzeit am Reiterfort Gries willkommen, sich näher über Reining zu informieren. Mehr Infos gibt es zudem auf www.jh-reining.com.
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