Utzenaicher verliert 25 Kilo
Vom Couchpotato zum Marathon-Mann

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Dieser Artikel ist die Fortsetzung von einem Portrait aus dem Jahr 2017. Dieses aktuelle Portrait ist auch auf "Helden des Laufsports" zu finden.

Vom Couchpotato zum Marathon-Mann

95 Kilogramm hatte Stephan Kirchberger auf den Rippen, bevor ein „blöder Spruch“ im Jahr 2014 die große Wende in seinem Leben einleiten sollte.

Stephan lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Utzenaich/Oberösterreich, raucht und genießt das Leben. An Sport denkt der damals 38-Jährige nicht wirklich. In seinen Jugendjahren hatte er in Utzenaich Fußball gespielt, aber das war es dann auch schon mit Sport. Stephan kam über die Jahre auf 80 Kilogramm und fühlte sich eigentlich nicht unwohl. Kurz bevor seine Frau schwanger wurde hörte er mit dem Rauchen auf und wurde dann, wie es so schön heißt, mit seiner Frau „mitschwanger“. Zum Zeitpunkt der Geburt seines Sohnes Nico wiegt er 95 Kilogramm. Silvester 2014 erzählt ihm seine Partnerin Petra, dass sie in diesem Jahr insgesamt fünf Kilogramm abgenommen hat. „Fünf Kilogramm sind doch eine Kleinigkeit und ohne Probleme zu schaffen“, sagt Kirchberger damals. Ein Satz, der das Leben des heutigen Vollblutläufers verändern sollte: Kurz darauf entscheidet er sich Sport zu machen. Der Verfahrens- und Messtechniker der Firma Scheuch beginnt in kleinen Schritten zu denken und startet mit längeren Spaziergängen. Der nächste Schritt sind Läufe von einigen wenigen Minuten mit Gehpausen dazwischen. So steigerte er sich kontinuierlich und kann am Ende fünf Kilometer am Stück durchlaufen. Auf seiner „Hausstrecke“ im heimischen Innviertel kann er sich stetig verbessern. Nach einem Jahr Training entscheidet sich Kirchberger dazu, der LG Innviertel beizutreten und so kann er, dank Tipps erfahrener Läufer, seine Laufleistung weiter verbessern.

Marathondebüt 2018

2018 wagt sich der LGI-Athlet in Salzburg erstmals über die Marathondistanz und kann diese in 03:35 Stunden bewältigen. „Wie schon manch anderer musste auch ich es am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn plötzlich bei Kilometer 35 der „Mann mit dem Hammer“ kommt. Die letzten sieben Kilometer, von andauernden Krämpfen geplagt, rettete ich mich ins Ziel“, sagt Kirchberger. Im selben Jahr nimmt er noch am Stelvio Marathon, einem Trail-Marathon in Südtirol, teil. Bei diesem Laufevent sind 42 Kilometer und 2500 Höhenmeter zu bewältigen. Dort überquert er, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Bernhard Birn, nach 06:20 Stunden die Ziellinie. Beim Bergmarathon in Gmunden war er bis dato drei Mal am Start. Sein persönliches Highlight war der Linz Marathon 2019, hier kann Kirchberger mit 03:14 Stunden eine neue Bestzeit aufstellen. Im Vergleich zum ersten Marathon, schafft er es hier aber, sich den Lauf viel besser einzuteilen und so kann der leidenschaftliche Läufer die letzten zehn Kilometer noch einmal richtig Gas geben. Vier Jahre nach dem Start ins neue Leben, hat er nicht nur eine tolle Marathonzeit stehen, sondern auch eine 10-Kilometer-Bestzeit von unter 39 Minuten. Ambitionierte Läufer wissen, dass so eine Zeit nicht einfach mal so gelaufen werden kann, sondern sehr viel Training und Disziplin erfordert. „Vor vier Jahren konnte ich kaum einen Kilometer laufen und heute diese Zeiten, das ist schon ziemlich verrückt“, sagt der heute 44-jährige Kirchberger. Aktuell wiegt der LG Innviertel-Athlet 70 Kilogramm und ist in der Form seines Lebens. Zwei Tage ohne Sport und er beginnt, laut seiner eigenen Aussage, unruhig zu werden. 50 bis 100 Kilometer läuft Kirchberger pro Woche und liebt vor allem hügelige Strecken. „Es gab in der Vorbereitung für meinen letzten Marathon Trainingseinheiten, da bin ich am Vormittag 30 Kilometer gelaufen und am Nachmittag nochmals zehn Kilometer.“

2020: Marathon unter drei Stunden?

Für das neue Jahr hat sich Kirchberger viel vorgenommen. In Wien möchte er den Marathon unter drei Stunden laufen. Das bedeutet natürlich dementsprechend mehr Trainingsaufwand, welchen er mit seiner beruflichen Tätigkeit bei der Firma Scheuch vereinbaren muss. „Da ich auch des Öfteren im Außendienst tätig bin – was eine relativ hohe Trainingsflexibilität voraussetzt – lässt sich ein genau strukturierter Trainingsplan nicht bewerkstelligen . Bei einem Trainingslager in Portorož/Slowenien möchte ich mir den nötigen Feinschliff holen”, sagt ein motivierter Kirchberger. Aber es muss ja nicht immer gleich ein Marathon sein. Auf die Frage welche Tipps er für „faule“ Einsteiger hat, antwortet der 44-Jährige: „Klein Beginnen und am Anfang nicht übertreiben. Bei anfangs noch höherem Körpergewicht kann ein übertriebener Ehrgeiz sich eher negativ auf den Bewegungsapparat auswirken. Am Ende bedeutet das dann für viele Läufer, dass sie mit dem Laufen wieder aufhören, weil Laufen vielleicht ja doch nicht das richtige ist“, sagt Kirchberger und fügt hinzu: „Allen die sich schwer tun alleine zu laufen, kann ich nur einen Verein oder Lauftreff empfehlen.“

Autor:

Mario Friedl aus Ried

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