Gruft freigelegt
Archäologische Führung in der Pfarrkirche Rohrbach

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Im Zuge der Renovierungsarbeiten der Pfarrkirche Rohrbach wurden archäologische Funde entdeckt. Um der Bevölkerung, in dieser einmaligen Situation, eine authentische Information zu ermöglichen, das „historische Kulturgut“ zu besichtigen und ihre Pfarrkirche näher kennen zulernen, wurden von der Pfarre Führungen durch den anerkannten Archäologen, Herrn Klimesch, angeboten.

ROHRBACH-BERG. So wurde zum Beispiel der jahrhundertealte ursprüngliche Fußboden der barocken Kirche freigelegt und gezeigt. Als einziges dokumentiertes „Relikt“ der gotischen Vorgängerkirche wurden so genannte „Spolien“, gemeißelte Granitblöcke, im Mauerwerk entdeckt. Zu Tage kamen auch Aushöhlungen, die vermutlich einst als Gräber gedient haben. Die alte gotische Kirche wurde niedergerissen und die „neue“ barocke Kirche in nur drei Jahren erbaut. Ansonsten ist über die alte ursprünglich gotische Kirche kaum etwas bekannt, außer, dass diese viel zu klein war, weshalb Abt Michael Felder den Neubau 1697 veranlasste, wie die Chronik verrät.

„Für die Bauforschung interessant ist es, die Bauweise des alten gotischen Turms mit der des bestehenden barocken Kirchenbaus zu vergleichen“, meint Archäologe Klimesch. Während der jetzt noch bestehende gotische Turm der Vorgängerkirche noch ausschließlich aus Granitblöcken gebaut wurde, verwendete man beim neueren Kirchenbau, bereits Ziegelbruch als „Füllmasse“, um Mörtel zu sparen.

Gruft in der Kirche

Zu sehen waren auch die Gewölbedecken der Grüfte im Kirchenschiff und in der Annakapelle, der Herrschaft Götzendorf und der Grafen von Rödern. Eine Gruftöffnung ist jedoch nicht nur aus pietätischen Gründen nicht vorgesehen, um die Totenruhe zu wahren, sondern auch, weil man weiß, dass durch den Pilzbefall besonders an den Zinnsärgen eine für Menschen giftige Sporenbildung erfolgte. Zudem wurde bereits vor etwa 50 Jahren im Rahmen der damaligen Renovierung, eine Begehung und grobe Dokumentation durchgeführt.

Geschichte wird lebendig

Die archäologischen Grabungsarbeiten erfolgen durch die Grabungsfirma Archeonova in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der Diözese, um der Nachwelt historisches Wissen zu vererben und um ein Stück Geschichte lebendig zu machen.

Viel Unbekanntes bleibt der Nachwelt erhalten

Eine archäologische Baubegleitung erfolgt grundsätzlich nur in einem den Baumaßnahmen entsprechenden Umfang. Dies bedeutet, dass archäologische Grabungen nur dort erfolgen, wo aktuelle Baumaßnahmen notwendig sind. Dies hat den Vorteil, dass die Renovierungsmaßnahmen der Pfarrkirche Rohrbach kaum verzögert werden, heißt aber auch, dass es für die Nachwelt bei weiteren Renovierungen noch viel zu entdecken gibt.

Die erste Kirche wurde im Krieg zerstört

Die aktuell bestehende Pfarrkirche ist bereits die dritte St. Jakobs-Kirche Rohrbachs. Die erste, wahrscheinlich aus Holz erbaut, wurde 1427 im Zuge der Hussitenkriege zerstört. Pfarrer Wolfgang Perger ließ in den darauf folgenden Jahren die Kirche im gotischen Stil erbauen. Diese wurde am 25. September 1441 eingeweiht und bestand beinahe 200 Jahre. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war die gotische Kirche aber derartig baufällig geworden, sodass der Neubau der jetzigen barocken Kirche beschlossen wurde.

Fotos: gawe

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