Verein Braveaurora
Arnreiterin mit fünf mutigen Frauen im Kampf gegen illegale Waisenhäuser

Susanna Gahleitner aus Arnreit setzt sich ein.
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  • Susanna Gahleitner aus Arnreit setzt sich ein.
  • Foto: Foto: Braveaurora
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Als Projekt junger Studentinnen vor elf Jahren im Norden von Ghana begonnen, ist Braveaurora heute ein landesweites Vorzeigeprojekt. Der Verein setzt sich für die Abschaffung von illegalen Waisenhäusern, die Reintegration von gefährdeten Kindern sowie Bildungs- und Ausbildungsinitiativen ein.

GHANA, BEZIRK ROHRBACH. Hinter Braveaurora stehen fünf Oberösterreicherinnen und eine Wienerin, die sich mit voller Frauenpower ehrenamtlich und mit Herzblut für die Menschen in entlegenen Dörfern in Nordghana einsetzen.

Wie alles begann

Alles startete 2008, als junge Studentinnen im Rahmen eines Praktikums des Studiums Soziale Arbeit in einem abgelegenen Waisenhaus im Norden von Ghana. Nur ein Jahr später war der gemeinnützige Verein Braveaurora geboren. Heute besteht der Vorstand aus sechs mutigen Frauen, die in ihrer Freizeit den Verein strategisch weiterentwickeln, Pionierinnen im Kampf gegen illegale Waisenhäuser sind und ein Team von elf Mitarbeitern vor Ort führen. Susanne Gahleitner ist eine dieser Frauen. 2017 verbrachte die gebürtige Arnreiterin zehn Monate in Ghana. Als Freiwillige für den Verein Braveaurora lebte und arbeitete sie mit den Mitarbeitern und Dorfbewohnern. Aufgrund ihres unermüdlichen Engagements und ihrer klaren Vorstellung, wie nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und Kinderschutz funktionieren kann, wurde sie im Herbst 2018 in den Vorstand berufen.

Arbeit mit Waisenkindern ist Verkaufsschlager

In Ghana leben heute tausende Kinder in Waisenhäusern. Innerhalb von wenigen Jahren ist die Zahl der Waisenhäuser in Ghana von fünf auf 148 angestiegen. Doch was macht so viele Kinder in Ghana zu Waisen? Die Antwort ist traurig: Sie lautet Armut und Sozialtourismus. Sozialtourismus boomt. Immer mehr Freiwillige wollen in ihrem Urlaub etwas Gutes tun und sind bereit, viel Geld dafür zu zahlen. Der Verkaufsschlager: die Arbeit mit Waisenkindern. Doch mittlerweile übersteigt die Nachfrage das Angebot: daher werden Kinder aus ihren von massiver Armut betroffenen Familien gerissen und in Waisenhäuser gesteckt. "Die großen Gewinner dabei sind Internetagenturen, die die Aufenthalte vermitteln und kräftig abkassieren – bis zu 2.000 Euro pro Aufenthalt. Es ist mittlerweile ein Milliardengeschäft, man kann Sozialprojekte wie in einem Reisekatalog buchen – Sozialarbeit im Schnelldurchlauf wird für jeden möglich, auch ganz ohne Erfahrungen oder Ausbildung. Jedes Kind hat ein Recht auf Familie", sagt Gahleitner. Braveaurora macht hierzu aktiv Aufklärungsarbeit um die Problematik des Sozialtourismus, insbesondere in der Betreuung von Kindern, aufzuzeigen. Seit März 2017 besteht eine offizielle Zusammenarbeit mit Unicef Ghana, durch die bereits 30 illegale Waisenhäuser geschlossen werden konnten. In den letzten zwei Jahren wurden von Braveaurora in Nordghana rund 800 Kinder und ihre erweiterten Familien begleitet und fachlich beobachtet. Das Ziel des Vereins: Kinder in ihre Familien zurückzuführen und keinen Anreiz zu schaffen, Kinder in eine Institution abzuschieben.

Die Armut bekämpfen

Der Verein gilt mit diesem Ansatz als Pionier in ganz Ghana. Neben der Abschaffung illegaler Waisenhäuser schafft Braveaurora durch ein Ausbildungszentrum Perspektiven. Denn besonders die hohe Armut muss bekämpft werden, damit Familien nicht so verzweifelt sind, ihre Kinder in ein Waisenhaus abzugeben, im Glauben, ihnen somit eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Lokale Ausbildner geben ihr Wissen weiter, sodass Menschen in entlegenen Dörfern im Norden von Ghana unterschiedliche Berufe erlernen, wie zum Beispiel in der Bienenzüchtung, Sheanuss-Verarbeitung, Moped-Mechanik, im ökologischen Gartenanbau oder Korbflechten. Durch den Aufbau eines eigenen Geschäfts und die Erschließung neuer Märkte wurden bereits 214 Menschen dazu befähigt, selbstständig Wege aus der Armut zu gehen und langfristig für sich selbst und ihre Familien sorgen zu können.

Termin-Ankündigung

Vortrag und Diskussion der Vorstände Susanne Gahleitner und Alea Pleiner am Samstag, 11. Jänner 2020, im Musik-Kulturclub Lembach, Volkersdorf 2, 4132 Lembach.

Autor:

Sarah Schütz aus Rohrbach

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