Wo spielt die Musik? In New York City

Der Musikverein Ulrichsberg sorgte in New York für Tradition und Begeisterung.
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  • Foto: Wuschko
  • hochgeladen von Karin Bayr

ULRICHSBERG. Es ist, als müsste man extra nach Amerika reisen, um den Bundespräsidenten von Österreich zu treffen. So passiert Mitte September in New York City. Der Musikverein Ulrichsberg war vor Ort, um als einziger Verein Österreichs bei der Steuben-Parade mitzumarschieren. Zeitgleich war Bundespräsident Alexander Van der Bellen wegen der UNO-Generalversammlung in der Stadt. "Der österreichische Botschafter hat das am Oktoberfest im Central Park mitbekommen und hat eine Abordnung unerer Kapelle eingeladen, beim Empfang für den Präsidenten im Konsulat zu spielen", erzählt Bürgermeister Wilfried Kellermann, der mitgereist war. Gesagt, getan – die Musiker traten an und spielten auf. Ein Foto mit dem Präsidenten erinnert daran.

Instrumente als "Sperrgepäck"

In guter Erinnerung wird diese Reise auf jeden Fall allen Musikern bleiben. "Das geht mit Sicherheit in die Geschichte des Vereins ein", sagt Musik-Obmann Konrad Stockinger. 54 MusikantInnen, insgesamt 64 Ulrichsberger nahmen die 22-stündige Anreise nach Amerika auf sich. Die Instrumente hatten sie teils als Handgepäck bei sich, oder als "Sperrgepäck" aufgegeben. Alleine die große Trommel war zu groß. Kurzerhand kaufte man in den USA ein Exemplar an und verkaufte sie nach dem Auftritt weiter.

Musik verbindet

Eingefädelt hatte die Reise Michael Drexler. Er hat seine Wurzeln in Ulrichsberg und lebt bereits seit vielen Jahren in New York City. Er ist dort Vizepräsident von Warner Bros Music. Doch es war gar nicht so einfach, den "Marschbefehl" für die Steuben-Parade zu bekommen. Der Musikverein musste sich einem strengen Auswahlverfahren stellen und auch ein Video produzieren. "Schließlich durften wir als einziger Verein Österreichs dabei sein", erzählt Stockinger stolz. "In der rot-weißen-Musikuniform waren sie das Highlight in der Stadt", erzählt Bürgermeister Kellermann.

Urichsberg makes America great

Das "Musigwandl" war die ersten drei Tage daher auch fast das Rund-um-die-Uhr-Outfit. "That's great" – waren die Kommentare der Einheimischen, wenn die Musiker kurzfristig ein Ständchen spielten und für Fotos posierten. Neben dem zweistündigen Marsch auf der Steubenparade standen auch der Besuch der Freiheitsstatue, ein Empfang in der City Hall, eine Stadtrundfahrt, Fortgehen auf dem Times Square, ein Galaabend am Hudson River und das Oktoberfest im Central Park auf dem Programm. Einziger Wermutstropfen: Dort war schon um 20 Uhr Sperrstunde – und das in der Stadt, von der man sagt, es sei die Stadt, die niemals schläft. Und noch etwas war anders als daheim: Bier gab es in 1,5 Liter Plastikkrügen.

Zur Sache:
Die German-American Steuben Parade ist ien traditionsreicher Umzug, der jedes Jahr am dritten Samstag im September auf der Fifth Avenue in Manhatten stattfindet. Sie wurde von deutschstämmigen Amerikanern gegründet und ist eines der größten Ereignisse im deutsch-amerikanischen Festkalender. Heuer haben 100 Gruppen daran teilgenommen und sind von der 64. bis zur 86. Straße marschiert. Die 86. Straße trug innoffiziell den Beinamen "Sauerkraut Boulevard", weil sie das Zentrum der Deutschamerikaner in der Stadt war.

Ein Video vom Auftritt der Ulrichsberger Musikanten finden Sie hier.

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